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Kiel Kielbook muss sich umbenennen
Kiel Kielbook muss sich umbenennen
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15:52 07.11.2018
Nach dreijährigem Rechtsstreit mussten die Betreiber von Kielbook klein beigeben. Quelle: Silas Stein/dpa (Symbolbild)
Kiel

Für viele Städte und Orte gibt es auf Facebook Gruppen, in denen man sich über Veranstaltungen in der Stadt austauschen oder seine alten Möbel verkaufen kann. Häufig heißen diese Gruppen wie die Stadt und haben am Ende ein "book". Zum Beispiel "Kielbook", "Plönbook", "Neumünsterbook" oder "Rendsbook/Faceburg".

Facebook geht gegen Gruppennamen vor

Doch seit einiger Zeit geht Facebook gegen diese Gruppennamen vor - erfolgreich. "Kielbook" heißt seit gestern "Kielbug" (wie der Schiffsrumpf). Gruppenleiter Oli Heitmaster schrieb dazu in der Gruppe: "Nach dreijährigem Rechtsstreit mit viel Anwaltspost und hin und her, müssen wir leider bekannt geben, dass Kielbook nun umbenannt wurde in Kielbug". Die Rechtsabteilung des US-Konzerns habe die Administratoren aufgefordert, sich umzubenennen oder zu löschen. Laut einer Administratorin sei "das 'book' in Kielbook zu sehr an ihren Namen angelehnt. Laut Facebook bestünde da eine Verwechselungsgefahr", schrieb sie auf auf der Plattform.

Nicht jeder Begriff kann geschützt werden

Im deutschen Markenrecht gelten Worte als "freihaltebedürftig". Das sind Begriffe, die im Wortschatz unverzichtbar sind - ein Bäcker kann sich also nicht "Brot" als Marke schützen lassen. Bei englischen Begriffen sieht es in Deutschland schon anders aus, diese können teilweise geschützt werden.

Das "book" in "Kielbook" könne suggerieren, dass es sich um einen Service von Facebook handelt. Um diese Verwechslungsgefahr zu vermeiden, kann Facebook-Gruppen untersagen, sich so zu nennen. Das hat auch Auswirkungen auf andere Netzwerke: "Auch auf StudiVZ könnte ich Probleme bekommen, auch hier könnte suggeriert werden, dass es sich um einen Service von Facebook handelt", erklärt Lutz Schroeder, Anwalt für Medien- und Urheberrecht.

Wieso die Plattform jetzt erst gegen Gruppen und Seiten vorgeht, die schon seit Jahren existieren, erschließt sich Schroeder nicht. Bei einer Dauer von zehn Jahren könne die Verwirkung greifen, das heißt: Wenn Facebook solange gewusst hat, dass es Gruppen und Seiten gibt die "book" als Endung haben, aber der US-Medienkonzern nichts dagegen unternimmt, könnten sie ihren Anspruch verlieren, Rechte geltend zu machen.

Erklärung blieb bisher aus

Auch in anderen Gruppen wird die Umbenennung diskutiert. Bei "Neumünsterbook" wolle man warten, bis es eine Aufforderung von Facebook selbst gibt. Aus "Schönbergbook" wurde bereits "Schönberg Aktuell". Ein offizielles Statement des sozialen Netzwerks blieb bisher aus. Ob weitere Gruppen demnächst Post vom Anwalt bekommen und sich umbenennen müssen, bleibt abzuwarten.

Von KN-online

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