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Rendsburger Landstraße in Kiel: Weder Tempo 30 noch Zebrastreifen

Rendsburger Landstraße: Ortsbeirat lehnte Initiativen ab Rendsburger Landstraße in Kiel: Weder Tempo 30 noch Zebrastreifen

Nicht geeignet für verkehrsgestalterische Schnellschüsse ist offenbar die Rendsburger Landstraße im Bereich Russee. Der Ortsbeirat hat am Dienstagabend gleich mehrere entsprechende Initiativen abgelehnt.

Russee/Hammer. Anlass für die Beratungen waren mehrere Anträge des beratenden Ortsbeiratsmitglieds der Partei Die Linke. Schnell abgehakt war dabei der Vorschlag, ab der Rendsburger Landstraße 487 stadtteilauswärts einen Gehweg zu bauen. Befragungen der Anwohner hatten ergeben, dass ein Gehweg zwar im Grundsatz für wünschenswert gehalten wird, angesichts zu erwartender Ausbaubeiträgen von bis zu 75 Prozent für die jeweiligen Grundstücksbesitzer hält sich die Begeisterung aber in engsten Grenzen. Auch der Ortsbeirat betrachtet dieses Thema deshalb als erledigt.Ebenfalls verworfen wurde die Idee, im Bereich der Bushaltestelle Schiefe Hörn Tempo 30 zu verordnen. Tiefbauamtsleiter Uwe Schmeckthal wies darauf hin, dass gesetzlich innerhalb von Ortschaften in aller Regel Tempo 50 zu gelten hat, wenn es sich nicht um Wohngebiete handelt. Sonderregelungen seien nur „in besonders begründeten Fällen“ möglich, etwa dann, wenn Schulen oder Kindergärten an der betreffenden Straße liegen. Weil das im konkreten Fall aber nicht so ist, hat die zuständige Straßenverkehrsbehörde im Rathaus laut Schmeckthal selbst bei noch so gutem Willen kaum Ermessensspielraum, um die Autofahrer zum Langsamfahren zu verdonnern.Nicht realistischer sind die Wünsche nach einem Zebrasteifen an der Schiefen Hörn. Zwar dürften auf der Rendsburger Landstraße allemal genügend Fahrzeuge unterwegs sein, um eine derartige Überquerungshilfe zu schaffen, doch würde es wohl genauso sicher am nötigen Fußgängeraufkommen mangeln. Nach negativen Erfahrungen bei vergleichbaren Initiativen hat sich der Ortsbeirat entschieden, von vornherein die Finger von diesem offenbar aussichtslosen Unterfangen zu lassen.Eine Rolle gespielt haben dabei auch politische Gründe. Sven Plaumann (CDU) bezeichnete es als „nicht vermittelbar“, wenn in diesem abgelegenen Bereich von Russee ein Zebrastreifen aufgepinselt würde, nicht aber im viel sensibleren Bereich an der zur Schule führenden Einmündung des Russeer Wegs.Kontrovers diskutiert hat der Ortsbeirat über eine Kleinigkeit, die nach Befürchtung einiger Mitglieder große Folgen haben könnte. Im Wannseebogen ragt eine Hecke weit stärker in den öffentlichen Verkehrsraum hinein als sie dürfte, der verantwortliche Pflanzenfreund hat nun bei der Stadt den Antrag gestellt, diesen Zustand über eine gebührenpflichtige Sondernutzungserlaubnis legalisieren zu lassen. Angst vor einem Präzedenzfall hatte besonders Nicole Petersen (SPD). „In Zukunft befassen wir uns nur noch mit Hecken“, warnte sie und wies zudem darauf hin, dass im Fall einer Zustimmung ein über Jahre aufrechterhaltener rechtswidriger Zustand nachträglich belohnt werde.Ganz so eng mochte das die Mehrheit nicht sehen, zumal Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) Zustimmung zu dem Antrag signalisiert hatte. Weder Fußgänger noch Autofahrer werden nach seiner Einschätzung durch diese Hecke wirklich behindert, darüber hinaus soll in der Genehmigung festgeschrieben werden, dass das Gehölz keinesfalls noch breiter werden darf als es bisher ist. Sven Plaumann zeigte sich auch deshalb milde gestimmt, weil in dieser Angelegenheit keine böse Absicht im Spiel gewesen sei. Der Antragsteller habe seine damals noch unscheinbare Hecke vor Jahren einfach zu dicht an die Grenze gepflanzt.

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