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Kiel Nichts als Ärger mit dem Schummel-Diesel
Kiel Nichts als Ärger mit dem Schummel-Diesel
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09:00 20.07.2018
Von Heike Stüben
Karl-Heinz Bohm (68) aus Kiel klagt gegen VW und fordert die Rücknahme des Fahrzeuges – auch jetzt, nachdem die Schummel-Software in dem Tiguan ein kostenloses Update erhalten hat.  Quelle: Frank Peter
Kiel

2014 hat der Rentner für rund 26000 Euro einen VW Tiguan mit einem Dieselmotor, Baureihe EA 189, gekauft.  Seit Mai 2015 weiß der 68-Jährige: Die Volkswagen AG hat ihm ein Auto mit einer speziellen Software verkauft, durch die die Abgaswerte manipuliert wurden. Noch im gleichen Jahr ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt KBA in Flensburg an, dass 2,46 Millionen Fahrzeuge auf Kosten von VW eine neue Software erhalten müssen. Doch wie etwa zehn Prozent der betroffenen Dieselfahrer wartete Bohm aus Protest erst einmal ab.

Ende 2017 teilt das Kraftfahrt-Bundesamt ihm mit, dass es seine Daten an die Zulassungsstelle in Kiel übermitteln werde. Von dort erhält Bohm am 2. Mai eine schriftliche Ordnungsverfügung. Kosten: 20 Euro. Inhalt: Sein Fahrzeug sei in einem „vorschriftswidrigen Zustand“. Innerhalb von vier Wochen müssten „die Mängel sowohl in Ihrem eigenen als auch im Interesse der Sicherheit im Straßenverkehr behoben werden“.

Vollzugsbeamter des Ordnungsamts will Tiguan stilllegen

 Am letzten Tag der Frist lässt Bohm bei seinem Auto eine neue, kostenfreie Software aufspielen. Die Werkstatt meldet den Vollzug dem Kraftfahrt-Bundesamt. Bohm denkt, damit ist das Thema erledigt. Doch er hätte die Stadt schriftlich über den Werkstatttermin informieren müssen. Und so steht in dieser Woche plötzlich ein Vollzugsbeamter des Kieler Ordnungsamtes vor der Wohnungstür und will den Tiguan stilllegen. Weil Bohm mit dem Auto unterwegs ist, hinterlässt der Beamte einen Zettel.

Dort heißt es: „Die weitere Nutzung Ihres Fahrzeugs ist verboten. Bitte beachten Sie, dass ich weitere Besuche vornehmen muss und so Gebühren bis zu 286 Euro entstehen können.“ Als Bohm nach Hause zurückkommt, ist seine Frau völlig aufgelöst. Bohm fährt sofort zu seiner Werkstatt, lässt sich die neue Software bestätigen und bringt die Bescheinigung persönlich im Ordnungsamt vorbei.

"Himmelschreiende Ungerechtigkeit"

Der Rentner hofft, dass er das Thema Software nun endlich zu den Akten legen kann. An seiner Kritik ändert das aber nichts. „Die neue Software ist eine völlig unzureichende Maßnahme. Es ärgert mich, dass alle möglichen Behörden und Ämter VW dabei helfen, auf unsere Kosten so billig davonzukommen. Wir bleiben auf Mehrkosten und dem Wertverlust sitzen. Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“, sagt der 68-Jährige. Er kämpft deshalb weiter dafür, dass VW den Wagen zurücknimmt und Schadensersatz zahlt.

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