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Baustart für Kiels neue Mitte

Rückblick 2017 Baustart für Kiels neue Mitte

Für die Landeshauptstadt ist es das Jahr des Abrisses und Neubeginns: In Kiels neuer Mitte tut sich etwas. Rund um den Bootshafen und Berliner Platz werden alte Gebäude wie das Woolworth-Haus oder das ehemalige C&A-Gebäude abgerissen, um Platz für Neues zu machen.

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Ein Ort zum Erholen und Flanieren: So soll das Holsten-Fleet einmal aussehen und damit das Herzstück von Kiels neuer Mitte werden. Das Kieler Architekturbüro Schnittger und Partner bezog in seine Entwürfe bereits den Kleinen Kiel-Kanal (vorne) und das neue Geschäftshaus (rechts) ein, das nach Abriss des Woolworth-Gebäudes bis 2018 stehen soll.

Quelle: Deutsche Immobilien Entwicklungs GmbH

Kiel. Die größte sichtbare Veränderung für die Landeshauptstadt wird im September in Angriff genommen: Der Bau des Holsten-Fleets startet. Die Wasserverbindung zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen wird das Stadtbild weitreichend verändern, da sind sich alle einig, wenn auch die Urteile über den künftigen Wasserlauf unterschiedlich ausfallen. Das ganze Jahr wird der Bau vorbereitet, Bushaltestellen und Leitungen müssen verlegt und die Bevölkerung informiert werden. Denn mit Beginn der Bauarbeiten Anfang September werden die Holstenbrücke und der Berliner Platz gesperrt – für Autos dauerhaft, Busse können nach der Fertigstellung des Fleets wieder durchfahren. Bis dahin müssen sich aber auch die Busgäste auf neue Linienführungen und längere Fahrzeiten einstellen. Das sorgt in den ersten Tagen nach der Sperrung aber für kein großes Chaos. Die meisten Fahrgäste sind – wie auch die Autofahrer – darauf eingestellt. Ende 2019 soll das Holsten-Fleet fertig sein, bisher liegen die Arbeiten gut im Zeitplan.

Bei der Einweihung in zwei Jahren wird wahrscheinlich auch Doris Grondke dabei sein. Die Architektin hat im Juni das Amt der Stadtbaurätin von Peter Todeskino übernommen. „Ich finde, es ist ein großartiges Projekt“, lobte die Neu-Kielerin im KN-Interview das Holsten-Fleet. Das Wasser werde durch den Bau in die Stadt zurückgeholt und eine „historische Spur“ zu 1904 gesetzt. „Die Planung bietet die Chance, die besondere Form der Altstadt wieder stärker erlebbar zu machen“, so Grondke.

Der Bau des Holsten-Fleet soll auch die Holstenstraße beleben, hoffen die Stadtplaner. Ein Geschäft nach dem anderen hat auf Kiels Flaniermeile in den vergangenen Jahren geschlossen. Viele Ladenlokale stehen leer, und die Bauarbeiten in der Innenstadt werden die Situation in den kommenden Jahren nicht gerade verbessern. Um gegen den Leerstand vorzugehen, wird im Mai die Innenstadtmanagerin Janine-Christine Streu eingestellt. Sie sucht für die leeren Ladenlokale Zwischennutzer wie Künstler, Designer oder Start-ups, aber auch langfristige Mieter, die in die Geschäftsräume einziehen wollen.

Ein weiteres Projekt, mit dem Kiel seine Attraktivität steigern will, ist die Digitale Woche. Nach Vorbild der Internet Week Denmark in Aarhus lädt die Landeshauptstadt Ende September zum ersten Mal zu diesem deutschlandweit einmaligen Event. Auf mehr als 150 Veranstaltungen diskutieren Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine Woche lang verschiedene Themen rund um den digitalen Wandel. Bundesweite Aufmerksamkeit gibt es für den Gesundheitskongress in der Sparkassen-Arena, der sich mit der Medizin der Zukunft beschäftigt. Ausdrücklich soll die Digitale Woche aber keine Fachtagung für Branchenkenner sein. Alle Veranstaltungen richten sich auch an Laien. Besonderes Highlight der Woche ist der Besuch einer Delegation aus San Francisco, Kiels neuer Partnerstadt.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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