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Von der Bildfläche verschwunden

Schulschiff „Gorch Fock“ Von der Bildfläche verschwunden

Die Nachricht ließ die Wellen hochschlagen: Die Kosten für die Instandsetzung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ werden weiter steigen. Seit zwei Jahren liegt sie inzwischen im Dock der Bredo-Werft in Bremerhaven und ist im wahrsten Sinne des Wortes von der Bildfläche verschwunden.

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Die „Gorch Fock“ liegt komplett eingerüstet im Dock der Bredo Werft in Bremerhaven.

Quelle: Frank Behling

Kiel/Bremerhaven. Statt 75 Millionen Euro rechnen Experten nunmehr damit, dass die Sanierung des fast 60 Jahre alten Schiffes mehr als 100 Millionen Euro verschlingen wird.

Die Diskussion um Sinn oder Unsinn von weiteren Investitionen ist aber ausgeblieben. „Mittlerweile sind wir ja an einem Punkt angekommen, wo ein Ende der Arbeiten niemandem helfen würde. Die Marine braucht ein Segelschulschiff“, sagt Ingo Gädechens, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Verteidigungsausschuss. Auch er ist von der Nachforderung der Werft überrascht worden und nicht gerade begeistert. „Die Forderungen sind schon heftig. Wir müssen schon sehen, wo wir jetzt am Ende landen. Es ist aber so, dass Aufträge über 50 Millionen Euro bereits gezeichnet wurden, das Schiff jetzt mitten im Bau ist und nicht schwimmen kann. Deshalb kann es kein Zurück mehr geben“, sagt Gädechens.

Auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Chance mehr für einen Kurswechsel. „Die Bundeswehr hat jetzt schon so viel investiert, da macht ein Abbruch keinen Sinn. Man muss aber aus diesem Fall Lehren für zukünftige Werftüberholungen ziehen“, fordert Bartels.

Wann die Arbeiten jetzt weitergehen, ist noch unklar. Am Mittwoch wird erstmals der Verteidigungsausschuss zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. „Da wird die ‚Gorch Fock‘ natürlich Thema sein“, sagt Gädechens. Die Entscheidung fällt aber im Ministerium, wo derzeit alle Fakten und Kalkulationen neu zusammengetragen werden. Für Gädechens steht aber fest: Sollten die weiteren Millionen bewilligt werden, wird das Auswirkungen auf die Planungen für ein neues Segelschulschiff haben. „Wenn diese Arbeiten beendet sind, brauchen wir nicht darüber zu diskutieren, ob es 2030 oder 2035 einen Neubau geben wird. Die Lebensdauer der ‚Gorch Fock‘ wird dann auch über das Jahr 2040 sein. Dann ist das Schiff wie ein Neubau“, so Gädechens.

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