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Kiel Segeljacht "A" nimmt Abschied von Kiel
Kiel Segeljacht "A" nimmt Abschied von Kiel
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22:10 03.02.2017
Von Karen Schwenke
Zur Ablieferung der "A" stiegen in Kiel Luftballone auf. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es hätte ein Traum werden können. Wie die „Sailing Yacht A“ unter vollen Segeln bei strahlend blauem Himmel ihre Werft in Kiel verlässt, davor ein springender Delfin, dahinter bunte Luftballons. Diese Bilder aus Kiel vom Auslaufen der größten privaten Segeljacht aller Zeiten hätten um die Welt gehen können.

Doch außer im dicken Nebel aufsteigender Luftballons und dem gewohnten Anblick der Megajacht an ihrem Werftliegeplatz bot sich den Fotografen und Zuschauern am Freitag rein gar nichts. Nicht mal der Eigner des mutmaßlich mehrere Hundert Millionen teuren Neubaus war zu den Übergabefeierlichkeiten in einem Partyzelt auf dem Werftgelände gekommen. Stattdessen ließ der russische Multimilliardär Andrej Melnitschenko (44) über seinen Sprecher Alex Andreev ausrichten, seine Jacht werde am Sonntag in Richtung Spanien aufbrechen.

Nach Informationen der Kieler Nachrichten wird die „A“ die Ostsee über den Drogden-Sund-Kanal verlassen und den Seehafen Cartagena im Südosten Spaniens ansteuern. Dort stehen weitere Probefahrten an, und die Innenausstattung soll komplettiert werden. Erst für das späte Frühjahr ist die Übergabe an den Eigentümer geplant.

Die Nobiskrug-Werft hatte zunächst für Freitag zu einer Übergabe auch die Presse auf ihre Werft German Naval Yards in Kiel eingeladen, diese Einladung am Donnerstag aber kurzfristig ohne Angaben von Gründen zurückgenommen. Dahinter verbirgt sich mindestens ein Missverständnis zwischen Werft und Auftraggeber. Während der Multimilliardär am Freitag mitteilen ließ, dass er nicht für die Einladung verantwortlich gewesen sei, lehnte Nobiskrug eine Stellungnahme dazu ab. Nach Informationen der Kieler Nachrichten gab es die Befürchtung, es könne juristische Auseinandersetzungen geben. Der Russe wollte sein Projekt weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit realisieren. Sein Sprecher betonte, es handelte sich gar nicht um die Übergabe.

Die „Ablieferung“ feierten am Freitag rund 120 geladene Gäste, darunter Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der schillernde Werftbesitzer Iskandar Safa und der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Aber auch die meisten Gäste bekamen keinen Einblick in das Innere der Jacht. Einziges Highlight war für sie genau wie für die am Westufer versammelte Öffentlichkeit der Moment, in dem die Luftballons wie an einer Perlenkette in den Himmel stiegen. 787 Stück. Genau unter dieser Nummer lief der Jachtbau, bis das Schiff in „Sailing Yacht A“ benannt wurde.

Visitenkarte für Schleswig-Holstein

Wirtschafts- und Technologieminister Reinhard Meyer würdigte die Ablieferung als ein „Meisterstück an Schiffbaukunst“. Die „A“ sei aufgrund ihrer beispiellosen Konstruktion mit Kohlefasermasten zugleich eine Visitenkarte technologischen Vorsprungs am Schiffsbaustandort Schleswig-Holstein. „Das Schiff polarisiert zweifellos die Geschmäcker – doch durch ihre Größe, ihr futuristisches Design und ihre exklusive Technik wird die Yacht weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen und damit auch ein Stück die Werbetrommel für unser Land und unsere Werftindustrie rühren“, so Meyer.

Warum heißt das Segelschiff "A"?

Entworfen hat die futuristisch anmutende Yacht mit 90 Meter hohen Masten der Designer Philippe Starck. Der Franzose hatte für Melnitschenko vor Jahren bereits die 119 Meter lange Motoryacht „A“ ersonnen. Sie entstand ebenfalls in Kiel.

Der Name "A" steht nicht - wie immer angenommen - für Aleksandra or Andrey Melnitschenko. Nach Auskunft des Eigners wurde der Name gewählt, damit das Segelschiff in den Schiffsregistern als erstes genannt wird.

Foto-Aktion

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