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Kies, Big Bags und Baken sollen helfen

Sichere Kieler Woche Kies, Big Bags und Baken sollen helfen

Wie macht man eine Großveranstaltung wie die Kieler Woche sicher? Wie will man mehr als drei Millionen Menschen schützen, die fröhlich feiern wollen? Eine echte Herausforderung. Schon seit Wochen und Monaten wird deshalb am Sicherheitskonzept der Kieler Woche 2018 gefeilt.

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Macht sich zusammen mit seinem Rathaus-Team schon jetzt Gedanken über die Sicherheit auf der Kieler Woche 2018: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

Quelle: vr: Volker Rebehn

Kiel. „Gegenwärtig kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Sicherheitslage in Deutschland entspannen wird“, sagt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer im Gespräch mit den Kieler Nachrichten. „Deshalb müssen wir sehr flexibel sein und schnell handeln können.“

„Bereits 2016 haben wir die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht“, sagt Ulf Kämpfer und erinnert an die Anschläge in Brüssel und Paris sowie die Geschehnisse in der Silvesternacht 2015/16 in Hamburg und Köln. In diesem Jahr kam dann noch ein weiteres Szenario dazu: Anschläge, bei denen Fahrzeuge als Waffen eingesetzt werden, wie in Nizza, Berlin, Stockholm und London. Kiel brachte deshalb insgesamt 655 Tonnen Kies, 728 Big Bags, 108 Meter Gleitwände, rund 320 Baken und 176 Absperrschranken zum Einsatz. Hinzu kamen Müllfahrzeuge, Bagger und Lkw, die als Sperren aufgestellt wurden. „Zum Glück ist unser angepasstes Konzept aufgegangen“, so Kämpfer. Und zum Glück habe es viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben. Nach dem Motto: „Schrecklich, dass es nötig ist, aber toll, dass ihr da seid.“

Gemeinsam mit der Polizeidirektion Kiel haben Vertreter des Referates Kieler Woche in diesem Jahr verschiedene Großveranstaltungen wie das Wacken Open Air, den Hamburger Hafengeburtstag und die Einheitsfeier in Mainz besucht und sich informiert. „Hierbei hat sich bestätigt, dass es vor allem auf die Kommunikation und das Vertrauen zwischen den Beteiligten ankommt“, so Kämpfer. Besonders schwierig machten die Kieler Woche allerdings die vielen verschiedenen Veranstaltungen und die Größe der Veranstaltungsfläche. Zudem werde auch auf dem Wasser (Regatten, Feuerwerk usw.) und in der Luft (Balloon Sail usw.) gefeiert.

Mit im Boot sitzen in Kiel bei der Planung und Sicherung deshalb neben den verschiedensten Ämtern und der Polizeidirektion auch die Wasserschutzpolizei, die Bundespolizei, die Berufsfeuerwehr und private Sicherheitsdienste. „Mit einer neu ins Leben gerufenen Steuerungsgruppe Sicherheit, zu der Vertreter all dieser Gruppen gehören, versuchen wir, den Austausch zu fördern“, so Ulf Kämpfer. Auch eine neue Herausforderung, die 2018 auf die Organisatoren wartet, haben alle bereits im Blick: die vielen Baustellen in der Innenstadt. Eine neue Arbeitsgruppe Verkehr tüftelt schon an der Verkehrsführung und an den zur Verfügung stehenden Veranstaltungsflächen. Die Kieler Woche 2018 unter dem Motto „Sicher und friedlich feiern“ kann kommen.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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