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Kiel Ein bunter Tupfer Sicherheit
Kiel Ein bunter Tupfer Sicherheit
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08:02 18.04.2018
Von Marco Nehmer
Bringen Farbe ins Spiel: Bernd Triphahn (Polizei Kiel), Tillmann Voigt (Kieler-Woche-Büro), Siegmund Fuchs (Tiefbauamt) und Philipp Dornberger (Kieler-Woche-Büro) präsentieren die Hussen mit den neuen Segelmotiven für die Big Bags. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Ob die Amokfahrt von Münster Einfluss auf das Sicherheitskonzept der Kieler Woche gut zwei Monate vor dem Start des Sommerfests hat? Tillmann Voigt vom Kieler-Woche-Büro denkt kurz nach. Das nehme man schon ernst, aktuell spiele das in den Planungen aber keine Rolle. "Das kann überall passieren", sagt Stefan Plücker von der Kieler Berufsfeuerwehr. Beide Instanzen bilden zusammen mit der Polizei den bewährten "Dreiklang" (Voigt) beim Thema Sicherheit, das spätestens seit dem Anschlag vom Breitscheidplatz mehr denn je im Fokus ist.

Die Reaktion auf Fahrzeug-Anschläge im vergangenen Jahr: Sandsäcke – die mittlerweile bekannten Big Bags. Sie kommen auch diesmal zum Einsatz – und das in neuem Gewand. "Vorher waren sie einfach weiß, jetzt haben wir maritime Motive drauf", sagt Voigt. Von den Hussen grüßen, passend zur Kieler Woche, Bilder von Segelschiffen. Maritim, optisch ganzjährig nutzbar – in erster Linie aber sollen die Big Bags wieder Schutz bieten. Mehr als 350 der quaderförmigen Säcke sollen in der Innenstadt zum Einsatz kommen.

In der wird es für den Verkehr mehr denn je eng durch Baustellen und die Kontrollpunkte, die sich 2017 bewährt hatten. Das Sperr- und Kontrollkonzept sieht vor, "relevante Fahrzeuge" selektiv zu kontrollieren – die Besucher der Kieler Woche werden davon aber allenfalls am Rande etwas mitbekommen, wenn sie auf die Festflächen und Wiesen strömen. Das Programm auf diesen ist rappelvoll, dazu wird es bei den WM-Übertragungen traditionell eng vor den Bühnen.

Angst vor den Folgen einer Massenpanik? Nein, die gebe es nicht. "Es gibt keine Fläche mit einem ungeordneten Zustrom. Die Ausgangsbreiten sind außerdem so ausgelegt, dass Verletzte möglichst verhindert werden", sagt Plücker. Für die Sicherheit auf den Flächen sind die Veranstalter zuständig. Sie legen dem "Sicherheitsrat" der Kieler Woche ihre Konzepte vor, gegebenenfalls muss nachgebessert werden.

Vor Arbeit kann sich die Polizei während des neuntägigen Großereignisses schon so kaum retten. "Es ist eine Einsatzlage, die uns sehr fordert", sagt Polizeisprecher Bernd Triphahn. Die Reviere werden personell hochgefahren, an den Kontroll- und Sperrstellen sind mindestens je zwei Kräfte im Einsatz, an den Wochenenden noch einmal in doppelter Stärke. Alles für eine sichere, aber trotzdem unbeschwerte Kieler Woche – das muss nach Lesart der Zuständigen kein Widerspruch sein.

"Wir versuchen, eine Brücke zu bauen zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen und dem Charakter des Fests", sagt Voigt und verweist aufs Vorjahr: "Die Kräfte haben offen Maschinenpistolen getragen, das hat fast niemanden gestört. Und vielleicht haben wir damit sogar den banalen Taschendieb abgeschreckt." Sein Credo: "Nicht zu martialisch, aber zeigen, dass man da ist." Denn, da sind sich alle eins: "Unsere Art zu leben wollen wir beibehalten."

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