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Kiel Starthilfe für die Zeitspender
Kiel Starthilfe für die Zeitspender
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18:31 03.01.2012

Um die ambitionierte Idee anzuschieben, wurde die Muschelwoche 2009 am Kieler Bootshafen jetzt mit einem „Charity Event“ eingeleitet: Zeit ist eben auch Geld.

So manche Betreuungsstunde ist nun schon gesichert, und das Konzept, durch erste Mitstreiter gemeinsam mit den Organisatoren ins Muschelzelt getragen, fand viel positive Resonanz. So lobte Oberbürgermeister Torsten Albig vor über 100 (zahlenden) Gästen die Initiative im Speziellen und das ehrenamtliche Engagement im Allgemeinen. Und Stadtmissions-Geschäftsführer Kay Nernheim verwies auf das Ziel, dass mit Hilfe der Zeitspender Menschen „länger in eigener Häuslichkeit verbleiben“ können. Die Stadtmission will es einfacher machen, Hilfsbereitschaft an den Mann oder die Frau zu bringen. Das Projekt, erläutert Koordinator Jan Rademann, „will helfen, Zeit zu geben und Zeit anzunehmen“, letztlich Menschen zusammenbringen. Dieses Ideenprofil bezeichnete der Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf , Thomas Eisenreich, als „Leuchtturm“, der auch auf andere Standorte ausstrahlen sollte. Die Stadtmission gehört seit 2006 zum Alsterdorfer Unternehmensverbund.

Jill Roitsch ist in Kiel dabei. Die 18-Jährige mit dem Berufsziel Köchin steht wie vier weitere Ehrenamtler/innen, mittlerweile schon ein wenig in Erste Hilfe, Psychologie und Service geschult, als „Zeitspenderin“ in den Startlöchern. Ihre Motivation? Sie habe halt gern mit Menschen zu tun, sagt Jill, die mit ihrer Großmutter bis ins Alter von 101 Jahren reichlich Erfahrungen in einfühlsamem Umgang sammeln konnte. Sich unterhalten, interessieren, auch mal nur zuhören, spazierengehen, Schach spielen - das „Küken“ im ersten „Zeitspender“-Quintett hat einfach einen Draht zu alten Leuten. Beste Voraussetzung für gute Taten - der Bedarf solcher Zuwendung sei, vornehmlich bei allein lebenden, älteren Menschen immens, ist Jan Rademann überzeugt. So hat er allerorten viel Zuspruch erfahren. Das soll sich auch künftig auf zwei Ebenen ausdrücken, wünscht sich die Stadtmission: zum einen durch interessierte Ehrenamtler mit Zeit für Hausbesuche, zum anderen durch Spender mit Geld für die Umsetzung der Idee. Das braucht man, weil man die soziale Sache mit System angeht: Die Zeitspender werden von einem Sozialpädagogen auch über Supervisionen begleitet, sie werden vorab geschult und können so selbstsicher an ihre Aufgabe herangehen. Sie sind versichert und bekommen Bustickets, um im Stadtgebiet beweglich zu sein. Die eine oder andere Betreuungsstunde kam zum „Charity“-Auftakt hinzu, die nächsten Zeitspender werden demnächst angelernt: Das Projekt läuft an - bestens vorbereitet.

bkm

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