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Sorge um den Branchenmix in Gaarden

Strukturwandel Sorge um den Branchenmix in Gaarden

Friseure und Bäcker sind auf dem Vormarsch, Banken ziehen sich zurück: Die Volksbank wandelt ihre Gaardener Filiale zum Jahreswechsel in einen SB-Standort um. Kunden und Wirtschaftsbüro bedauern die Entscheidung. Um die Nahversorgung ist es es hingegen gut bestellt im Viertel.

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Copyshops, Dönerläden und Apotheken: Der Branchenmix in der Elisabethstraße ist übersichtlich geworden. „Zurzeit sind Bäcker und Friseure angesagt“, sagt Cetin Yildirim-von Pickardt vom Wirtschaftsbüro Gaarden.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel - Gaarden. Wenn es darum geht, Standorte zu schließen, ist in Unternehmen das offene Visier nicht gerade das Mittel der Wahl. Obwohl die Gaardener Filiale der Volksbank in der Elisabethstraße zum Jahresende ihr Personal abzieht und nur noch Service am Geldautomaten anbietet, macht am Gebäude kein Aushang darauf aufmerksam. Von kreativer Defensive kündet auch die offizielle Pressemitteilung zu diesem Thema: „Volksbank bündelt Kompetenz“. Sprecherin Jeanette Bendig betont unterdessen, dass sich die Neuigkeit unter den Kunden sehr wohl herumgesprochen habe. Etliche seien „ein bisschen traurig“ über die Schließung der Filiale in der Elisabethstraße, große Proteste habe es nicht gegeben. Der Bargeldautomat in der Elisabethstraße bleibe erhalten.

Nicht ganz so entspannt sieht der Gaardener Detlef Ackermann die Sache. Offenbar sei der Volksbank die Schließung selbst unangenehm, sonst würde sie offener damit umgehen, kritisiert der Rentner. Grundsätzlich jedoch sei mit dem Standort Gaarden immer weniger los. Binnen weniger Jahre schließe jetzt die vierte Bankfiliale in der Elisabethstraße, und auch sonst finde man auf der wichtigsten Einkaufsmeile des Stadtteils „nur noch massenweise Bäcker und Friseure“.

Ganz neu ist diese Kritik nicht, ganz unberechtigt auch nicht. „Es gibt immer wieder gewisse Trends, und zurzeit sind Bäcker und Friseure tatsächlich angesagt“, bestätigt Cetin Yildirim-von Pickardt, der sich im Wirtschaftsbüro für einen gesunden Branchenmix einsetzt. Allerdings sind die Möglichkeiten begrenzt. Den Teilrückzug der Volksbank bedauert er.

Besser als andernorts ist die Nahversorgung mit Waren des täglichen Bedarfs. Obst und Gemüse bieten vielfach die türkischstämmigen Händler an, Aldi und Sky zeigen immer noch im Zentrum von Gaarden Flagge. Immer konkreter werden nach Auskunft des Wirtschaftsbüros außerdem die Pläne für ein neues Geschäft des Discounters Penny in der Elisabethstraße. „Das wird kommen“, zeigt sich Yildirim überzeugt.

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