Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Kiel sucht neue Wege
Kiel Kiel sucht neue Wege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 05.11.2018
Von Oliver Stenzel
Warum der bezahlbare Wohnraum in Kiel ein knappes Gut ist, zeigte beim Symposium Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken auf. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

„Eigentlich finden das alle geil, wie wir da wohnen.“ Mit diesem Satz umschreibt Ulf Kämpfer die Reaktion von Menschen, die seine Familie in der Ökosiedlung Kiel-Hassee besuchen, hinter der die Genossenschaft Kieler Scholle steht. Natürlich ist Kiels Oberbürgermeister am Sonnabendvormittag aber nicht in den Wissenschaftspark gekommen, um seine private Wohnsituation zu rühmen. Vielmehr will er demonstrieren, dass sich auch ein Stadtoberhaupt vom genossenschaftlichen Gedanken begeistern lässt.

Mehr als 100 Zuhörer im Wissenschaftspark

Um Inspirationen für Kiel zu geben, sind an diesem Vormittag eine ganze Reihe von Rednern angetreten, denen um die 100 Teilnehmer zuhören. Als eine der Initiatoren sieht Bärbel Pook vom Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt Kiel in Kämpfers bereitwillig angenommener Schirmherrschaft ein Zeichen für die Bedeutsamkeit des Gegenstands, das für sie auch eine „zeitgemäße Daseinsvorsorge“ bedeute. Der OB bestätigt dies und führt aus, dass er und sein Rathaus-Team sich bei dem für ihn sehr wichtigen Thema Wohnen oft ein wenig vorkämen, als würden sie in dem Märchen von Hase und Igel mitspielen: „Wir strampeln und strampeln. Und immer wenn wir etwas getan haben, wirft uns irgendjemand vor, dass wir ja noch mehr hätten tun können.“

Stöcken: Darum ist der Wohnraum so knapp

Warum der bezahlbare Wohnraum in Kiel ein knappes Gut ist, zeigt danach Sozialdezernent Gerwin Stöcken auf, indem er auf das Wachstum der Stadt insgesamt wie auch auf die Zunahme der Einzelhaushalte in Kiel verweist. Vor gar nicht so langer Zeit sei man noch davon ausgegangen, dass Kiel einmal lediglich 190.000 Einwohner haben werde. Solche damals berechtigten Schätzungen sind heute Lichtjahre von der Realität entfernt. Die auf ihrer Basis getroffenen Entscheidungen aber prägen das aktuelle Wohnungsangebot mit. Doch nicht nur die Vermieter, auch die Mieter bereiten dem Sozialdezernenten Sorge, wenn sich bei geplanten Nachverdichtungen beispielsweise verlässlich massiver Protest formiert: „Auf einmal sind dann sogar heruntergekommene Garagen besonders schützenswert. Ich habe Angst, dass wir am Egoismus derjenigen, die an den betreffenden Orten bereits wohnen, ersticken.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Basarsaison ist eröffnet: In Scharen kam die Besucher am Sonnabend zum Krooger Waldhof, um in Werkstätten, Teestuben und Wohngruppen zu stöbern, Kulinarisches zu probieren, Kunsthandwerk zu kaufen und zu bestaunen, was die kreativen Gruppen im Laufe des Jahres gefertigt haben.

Karin Jordt 05.11.2018

Ob Holsten-Fleet oder Umgestaltung der Holstenstraße - in der Kieler Innenstadt wurde seit Jahrzehnten nicht so viel gebaut wie derzeit, was regelmäßig Debatten auslöst. Baustadträtin Doris Grondke schlägt ein Zentrum für Baukultur vor, um auch Bürgern ein Forum über Stadtgestaltung zu bieten.

Martina Drexler 05.11.2018

Der Parkdruck in der Braustraße ist groß. So groß, dass die Autofahrer und Lieferanten mit ihren Fahrzeugen jeden Zentimeter Bürgersteig ausnutzen. Davon betroffen ist auch die Einfahrt in eine Tiefgarage. Das Problem ruft die Anwohner auf den Plan. Sie fordern eine Verbesserung der Situation.

Jennifer Ruske 04.11.2018