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Kiel Kontrahenten haben sich vertragen
Kiel Kontrahenten haben sich vertragen
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08:00 13.07.2018
Von Thomas Geyer
Zweieinhalb Jahre nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei syrischen Bewohnern einer Flüchtlingsunterkunft in Kronshagen wurde das Verfahren eingestellt. Quelle: Olaf Malzahn
Kiel

„Wir haben uns versöhnt“, erklärten beide Syrer übereinstimmend und lächelten sich während ihrer Vernehmung durch die Richterin und die Staatsanwältin wie zur Bestätigung freundlich an. Längst habe man Frieden geschlossen und besuche gemeinsam einen Deutschkursus, bekundeten Täter und Opfer ihren Willen zur Integration. Im Prozess waren allerdings beide durchgängig auf einen Dolmetscher angewiesen.

Zunächst war von einer Messerattacke die Rede

Vielleicht waren es Verständigungsprobleme, die den Inhalt der Anklage dramatisch erscheinen ließen. Zunächst war von einer Messerattacke die Rede gewesen. Vielleicht war es aber auch der nachträgliche Wunsch nach Entlastung, die der damals an der Stirn verletzte Zeuge seinem Landsmann zukommen lassen wollte. Mehrfach fragte er bei der Richterin nach, ob man die ganze Sache nach so langer Zeit nicht einfach auf sich beruhen lassen könne.

Einigkeit herrschte bei der Darstellung des Anlasses für den Streit: Im Dezember 2015 verreiste ein Mitbewohner des Angeklagten. Gleichzeitig bekam das spätere Opfer Besuch von seinem Vater und wollte das frei gewordene Bett im Zimmer des Angeklagten nutzen. Der hatte es aber schon anderweitig vergeben. Die Kontrahenten schrien sich an, berichtete damals ein unbeteiligter Mitbewohner der Polizei. Vergebens habe er die Streithähne trennen wollen.

„Ich bin kein Verbrecher“, beteuerte der 26-Jährige und war sichtlich erleichtert, als die Richterin einen minder schweren Fall ins Spiel brachte und die Einstellung des Verfahrens gegen eine Zahlungs- oder Arbeitsauflage anregte. „Ich habe was am Rücken und muss eine Bandage tragen“, warf der 26-Jährige ein.

Aushandeln der Geldbuße "wie auf dem Basar"

Das nun folgende Aushandeln einer Geldbuße erinnerte nicht nur die Richterin an einen Basar: Die Staatsanwältin forderte 250 Euro, der Angeklagte schlug 150 Euro vor. Am Ende legte die Vorsitzende die Summe auf 200 Euro fest, die der Angeklagte auf jeden Fall bis spätestens Ende September überweisen will. „Wenn nicht, sehen wir uns hier wieder“, teilte ihm die Richterin mit.

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