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Kiel Stiftung Drachensee feierte Sommerfest
Kiel Stiftung Drachensee feierte Sommerfest
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07:00 03.09.2018
Von Karin Jordt
Zum öffentlichen Sommerfest kamen viele Gäste, um die Arbeit der Tagesförderstätte am Radewisch 100 in Moorsee kennenzulernen. Die Einrichtung besteht seit fünf Jahren. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Doch es gab auch ernste Töne, denn die Angebote für Menschen mit sogenanntem komplexen Unterstützungsbedarf sind nach Einschätzung der betroffenen Familien nach wie vor nicht ausreichend. Unter dem Motto „lebenslanges Lernen“ bietet die Förderstätte 18 Erwachsenen mit einer Schwerst-Mehrfachbehinderung tagsüber Tätigkeiten, Bewegung, musisch-kreative Aktivitäten und gezielte Förderung durch verschiedene Fachkräfte. Vom ersten Tag an gehört Marc Daniel Hienstorfer (30) zu den Besuchern. „Hier fühlt er sich wohl, er wird versorgt, alles hat seine Struktur“, berichtete sein Vater Gerd Hienstorfer. „Wir sind so froh, dass Marc in dieser Einrichtung ist.“ Allerdings fehle „der nächste Baustein“, es müssten mehr Wohnplätze geschaffen werden. Auch bei der „Verhinderungspflege“, also bei der Vertretung der Eltern im Urlaub oder bei Krankheit, fehlten Plätze, erklärte Gerd Hienstorfer und appellierte an die Gäste aus Politik von Stadt, Land und Bund: „Machen Sie was!“

Neue Wohnformen entwickeln

„Da ist eine Menge Arbeit zu tun“, bestätigte Stadtrat Gerwin Stöcken. Das Ziel sei, Menschen mit Unterstützungsbedarf an jedem Ort der Stadt Teilhabe zu ermöglichen. Auch neue Wohnformen müssten entwickelt werden. Gefragt seien „keine Verwahranstalten, sondern ein Ort, an dem man sein darf.“ Jeder trage zum gesellschaftlichen Leben das bei, was er könne; denn „Mensch ist Mensch.“ Dass jeder Mensch über vielfältige Kompetenzen verfüge, sei Grundhaltung der Förderstätte, sagte Annette Schmidt, Bereichsleiterin berufliche Bildung bei der Stiftung. „Diese können jedoch nur genutzt, ausgebaut und entdeckt werden, wenn es ein breites Spektrum an Erfahrungsmöglichkeiten für den einzelnen Menschen gibt.“ Dazu gehöre auch Teilhabe am Arbeitsleben.

Viele Menschen auf der Warteliste

Die Tagesförderstätte nehme ein umfassendes Bildungs- und Arbeitsverständnis ernst und baue eine Brücke in den Sozialraum, betonte Jan Wulf-Schnabel, designierter Vorstand der Stiftung. „Der Fortschritt, den wir erreicht haben, ist enorm“, erklärte er, jedoch gebe es immer noch viele Menschen auf der Warteliste für einen Platz in einer Förderstätte. Zum 31. Dezember wird Klaus Teske als Vorstand der Stiftung Drachensee ausscheiden. Eva Haas und Jan Wulf-Schnabel werden als Doppelspitze den neuen Vorstand bilden und nach und nach die Geschäfte übernehmen.

Weitere Infos: www.drachensee.de, Tel. 0431/6484360.

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