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Kiel Kiel will eine Spur für Diesel sperren
Kiel Kiel will eine Spur für Diesel sperren
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11:39 18.12.2018
Von Kristian Blasel
In Fahrtrichtung Eckernförde, so das Konzept der Stadt, soll die rechte Fahrspur für Diesel-Fahrzeuge gesperrt werden. Quelle: Frank Peter
Kiel

Das geht aus dem mit Spannung erwarteten Luftreinhaltekonzept hervor, das die Stadt am Montagabend dem Umweltministerium vorgelegt hat. „Wir wollen so die Stickoxidwerte am Theodor-Heuss-Ring bis 2021 im Jahresdurchschnitt unter den zulässigen Grenzwert senken“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. „Ich bin überzeugt, dass dies ein besserer Weg ist als ein Fahrverbot.“

Dies wäre mit einer Umleitung über die Lübecker Chaussee verbunden, womit sich auch das Unfallrisiko voraussichtlich erhöhen würde, sagte Kämpfer. Sämtliche Diesel-Fahrzeuge, die in Richtung Eckernförde unterwegs sind, sollen nach dem Plan der Stadt künftig vor dem Theodor-Heuss-Ring von der rechten auf die linke Spur wechseln. Der zusätzliche Abstand zu den Wohnhäusern würde helfen, dort die Stickoxidbelastung zu senken.

Nun ist das Umweltministerium in Kiel am Zug

Die Vorschläge der Landeshauptstadt werden nun vom Umweltministerium in den nächsten Wochen bewertet. Sie sollen in den Entwurf des offiziellen Luftreinhalteplans eingearbeitet werden, der im Laufe des nächsten Jahres in Kraft treten soll. Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass er ein Fahrverbot unbedingt vermeiden wolle – es aber auch nicht ausschließen könne, falls das Konzept der Stadt nach Ansicht des Landes nicht ausreicht. Am Theodor-Heuss-Ring werden seit Jahren die Grenzwerte für Schadstoffemissionen zum Teil deutlich überschritten. „Ich begrüße es, dass die Stadt uns nun ihr Maßnahmenpaket übersandt hat“, sagte Albrecht am Montagabend.

Tempo-50-Zone am Theodor-Heuss-Ring

Herzstück des städtischen Papiers ist ein sogenanntes Zehn-Punkte-Maßnahmenpaket, von dem erste Schritte bereits in den nächsten Osterferien umgesetzt werden könnten. „Den größten kurzfristigen Effekt versprechen wir uns davon, den Verkehr zu verflüssigen“, sagte Kämpfer. So gebe es weniger „Stop-and-go“. Dazu soll unter anderem eine Tempo-50-Zone am Theodor-Heuss-Ring beitragen. Bisher ist dort Tempo 70 erlaubt. Die Tempo-Vorschrift soll mit zusätzlichen Blitzanlagen überwacht werden. Außerdem schlägt die Verwaltung vor, mehrere Ein- und Ausfahrten zu sperren. Dazu gehört auch in Richtung Eckernförde die Ausfahrt zur Hamburger Chaussee am Waldwiesenkreisel.

Vom Schwedenkai aus sollen die Lkw künftig über den Schützenwall fahren

Eine wesentliche Entlastung verspricht sich die Stadt auch durch die Umleitung des Schwerlastverkehrs von den Skandinavienfähren. Vom Schwedenkai aus sollen die Lkw künftig über den Schützenwall statt durch die Bahnhofstraße geleitet werden. Lkw vom Norwegenkai sollen demnach ebenfalls den Theodor-Heuss-Ring meiden und über Gablenzbrücke, Sophienblatt, Ringstraße und Ziegelteich die Autobahn in Richtung Hamburg erreichen. Der Plan sieht außerdem vor, den Geh- und Radweg vor den Wohnhäusern an der Stadtautobahn mit neuen Spezialplatten zu verlegen, die Stickoxide binden können. 

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