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Kiel Aug’ in Aug’ mit Auerochsen
Kiel Aug’ in Aug’ mit Auerochsen
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10:52 06.05.2014
Von Karina Dreyer
Gerade mal eine Woche alt ist Siegfried aus der Rückzüchtung der Auerochsen. Quelle: eye
Hasseldieksdamm

Forsttechniker Anton Gondorf kennt die Tiergehege wie kein zweiter. Am Wochenende führte er im Rahmen eines Volkshochschul-Angebotes mit seinem Wissen durch die Hasseldieksdammer Tierwelt, zu der Wisente, Heidschnucken, Sikawild, Kamerunschafe und Auerochsen inmitten eines Laubmischwaldes gehören.

 Rund anderthalb Stunden dauert die Führung auf dem Rundweg, der nur wenige Steigungen hat, gut befahrbar und auch mit Gehhilfen gut zu schaffen ist. Von der Meldorfer Straße ging es zu den sechs Wisenten, die bis zu 30 Jahre alte werden können. „Anfang des 19. Jahrhunderts gab es nur noch zwölf Tiere weltweit, von denen acht zuchttauglich waren. In Polen brachte man sie zusammen und schützte die Wisente vor dem Aussterben. Heute gibt es 4000 Stück“, berichtete Gondorf und lud, weil es mal eine Führung ohne Kinder war, zum gehaltvollen Wisent-Kräuterschnaps ein. Dabei berichtete er übrigens, dass Bulle Arno aus Bayern für den Nachwuchs in Kiel zuständig ist.

 Doch nicht nur um die Tiere kümmern sich die Mitarbeiter des Grünflächenamtes. Auch Pflanzen und Bäume werden gehegt und gepflegt. So bemüht sich Margret Schmidt, ehemalige Mitarbeiterin, seit Jahren Wildkräuter- und pflanzen wie Akelei, Lungenkraut, Storchschnabel, Waldlilie und Nachtlichtnelke anzusiedeln und zu vermehren. „Man muss dazu den richtigen Standort finden, das klappt nicht immer,und leider werden die Pflanzen oft geklaut“, bedauert sie.

 Auch ein Blick auf die Kastanien hat der Forsttechniker. „Es wurde festgestellt, dass die Miniermotte mehr Blätter der weißblühenden als der rotblühenden Kastanien befallen“, so Gondorf. Gibt es auch Maikäfer und Hirschkäfer? „Im Tiergehege Hammer haben wir schon häufiger mal welche in den Eichen gesehen, aber das ist noch etwas zu früh“, weiß der Experte. Auf einer Wiese genossen sechs große Heidschnucken und zehn Lämmer die Sonne. Um einen ausgewogenen Bestand zu erhalten, „verkaufen wir Tiere lebend an Züchter oder Halter, einige auch an Schlachter“, erklärt er.

 Anderthalb Stunden mit Anton Gondorf sind schnell vorbei, so viel weiß er zu berichten. Ein kleines Highlight war der Besuch bei den sieben Auerochsen. „Die echten sind schon 1627 ausgestorben, die heutigen sind Rückzüchtungen, bei denen man sich beim Aussehen auch an Höhlenzeichnungen orientierte. Die Auerochsen waren damals doppelt so groß wie die heute“, erklärt er. Zwei kleine sind gerade dazu gekommen: Wotan ist einen Monat alt, Siegfried erst eine Woche. Im Herbst soll die VHS-Führung mit Anton Gondorf wiederholt werden.

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