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Kiel "Wenn Fische schreien könnten ..."
Kiel "Wenn Fische schreien könnten ..."
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10:01 16.05.2018
Von Martin Geist
Heringsangler gehören um diese Zeit zum Bild der Hörn dazu. Ihr Verhalten lässt aber bisweilen zu wünschen übrig. Quelle: Martin Geist
Kiel-Gaarden

Die Heringssaison an der Hörn neigt sich zwar dem Ende zu, noch aber beißen die Fische in großer Menge an. Dicht an dicht stehen die Angler an der Kaikante und holen ein Tier nach dem anderen vom Haken. „Manchmal sind 100 bis 200 Fische in einem Behälter“, erzählt eine Frau, die ganz in der Nähe wohnt und immer wieder das Treiben der Petrijünger beobachtet. Was sie dabei am meisten entsetzt: Nur die wenigsten Angler haben scheinbar verinnerlicht, dass auch Fische leidensfähige Wesen sind und mit dem entsprechenden Respekt behandelt werden sollten.

Das Einmaleins der Anglerei ist im Grunde einfach. Sobald ein Fisch vom Haken genommen wird, muss er mit einem Schlag auf den Kopf getötet werden, um ihm sinnloses Leiden zu ersparen. Das, so kritisiert eine weitere Anwohnerin, geschehe aber „in den wenigsten Fällen“. Meist werden nach Schilderung der beiden Frauen die Heringe einfach auf den Boden geworfen, manchmal auch in Plastiktüten oder in wasserlose Eimer: „Die gehen dann jämmerlich zugrunde. Wenn Fische schreien könnten, wäre es allen klar, wie gruselig es ist, was da passiert.“

Ortsbeirätin Edina Dickhoff (Grüne) hatte Gelegenheit, einige Videofilme zu betrachten, die solche Szenen zeigen und spricht von „unglaublichen Bildern“. Ein solcher Umgang mit Lebewesen dürfe nie und nimmer hingenommen werden, fordert sie und weiß damit den Rest der Gaardener Stadtteilvertretung hinter sich. Einstimmig hat der Ortsbeirat den Umweltausschuss der Ratsversammlung aufgefordert, sich des Problems anzunehmen und auf wirksame Kontrollen hinzuwirken.

Die finden durchaus statt, versichert Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek. Den Anglern auf die Ruten geschaut werden könne aber nur stichprobenweise, sagt Schmidt und begründet das mit einem begrenzten Personalaufgebot, das zudem noch für vielerlei andere Aufgaben zuständig sei.

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