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Kiel Nach Todesfall: Justiz zieht Konsequenzen
Kiel Nach Todesfall: Justiz zieht Konsequenzen
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17:12 06.11.2018
Von Bastian Modrow
Tragischer Todesfall im Kieler Amtsgericht: Ein 70 Jahre alter Zeuge wurde leblos auf der Toilette gefunden. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der Tod eines Zeugen sorgt bei Mitarbeitern des Kieler Amtsgerichts für große Betroffenheit. Der 70 Jahre alte Mann hatte offenbar in einer Toiletten-Kabine einen tödlichen Herzanfall erlitten. Erst drei Tage später war der Leichnam entdeckt worden, bestätigte Richterin Myriam Wolf Informationen unserer Zeitung. Die Justiz habe bereits Konsequenzen gezogen, sagte Vizepräsidentin des Amtsgerichts, Beate Flatow: "Der Wachdienst wird künftig täglich alle öffentlich zugänglichen Räume, insbesondere die Toiletten, kontrollieren."

"Die Ladung zum Verhandlungstermin lag auf dem Boden"

Am Montag vergangener Woche war der 70-Jährige vor Gericht geladen worden. Der Mann sollte als Zeuge in einem Strafprozess gegen einen Beschuldigten aussagen, der wegen fingierter Autounfälle angeklagt war. „Da der Tatverdächtige nicht erschienen war, sagte der Richter die Hauptverhandlung ab“, berichtet Wolf. Beim Aufrufen der Zeugen fiel auf, dass der 70-Jährige fehlte. „Mein Kollege hat daraufhin am Montag und auch am Dienstag vergeblich versucht, den Herrn telefonisch zu erreichen“, so die Behördensprecherin. Am Mittwoch, dem Reformationstag, war das Amtsgericht geschlossen. Erst am Donnerstag vergangener Woche wurde der Leichnam des Rentners gefunden.

„Einem Wachtmeister war aufgefallen, dass die WC-Kabine der öffentlichen Toilette im Erdgeschoss verschlossen war“, berichtet Wolf. Aus der Box waren keinerlei Geräusche und auch kein Atmen zu hören. „Dem Kollegen kam dies merkwürdig vor, zumal die Kabine bereits am Montag den Tag über versperrt gewesen war“, so die Richterin. Dem Beamten habe dies keine Ruhe gelassen. Wolf: „Als die Box Stunden später immer noch verriegelt war, schaute er unter der Tür hindurch und entdeckte den Verstorbenen in sitzender Haltung. Die Ladung zum Verhandlungstermin lag auf dem Boden.“

Der Polizei lag keine Vermisstenmeldung vor

Die Obduktion des 70-Jährigen ergab, dass der Mann einen Herzinfarkt erlitten hatte. Eine Untersuchung war von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden, „da die Auffindesituation  sehr ungewöhnlich war.“ Offenkundig war das Verschwinden des Mannes niemandem aufgefallen. Der Polizei lag keine Vermisstenmeldung vor.

Laut Amtsgericht gibt es eine einfache Erklärung dafür, dass die Reinigungskräfte den Leichnam des 70-Jährigen nicht gefunden haben. „Das Personal kommt nachmittags ab 16 Uhr ins Haus und hat auch die betreffende WC-Anlage im Bereich der Kantine gereinigt“, so Myriam Wolf. Dass die Kabine verschlossen war, hatte das Reinigungspersonal zwar bemerkt. „Da es in den vergangenen Wochen allerdings gleich zwei Wasserrohrbrüche gegeben hatte, dachten die Mitarbeiter, die Box sei vom Hausmeister blockiert worden.“

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