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Kiel 43-Jähriger gesteht vor Gericht Totschlag
Kiel 43-Jähriger gesteht vor Gericht Totschlag
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21:06 07.03.2018
Sie hatten Nachtschicht bei der Post. Am Morgen kam es zu einem Trinkgelage und einem tödlichen Streit. Jetzt steht ein 43-Jähriger vor Gericht. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
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Kiel/Neumünster

Demnach schlug und würgte der 43 Jahre alte Angeklagte seinen Bekannten Anfang September 2017, bevor er den drei Jahre älteren Mann mit einem Geschirrtuch erstickte. Vor der Tat hatte sich der Angeklagte nach der Nachtschicht in einer Gemeinschaftswohnung polnischer Arbeiter mit Kollegen zu einem Umtrunk zusammengesetzt. Doch der eigentlich freudige Anlass - der Mann wollte nach eigenen Angaben auf die bevorstehende Geburt einer Enkelin anstoßen - endete in einer Tragödie. Er sei mit dem späteren Opfer während des Trinkens in Streit geraten.

Man habe demnach mehrere Flaschen Wodka geleert, als der Mann ihn plötzlich am Revers gepackt, geschüttelt und beleidigt habe, sagte der Angeklagte. „Ich habe reagiert.“ Dann wisse er nur noch, dass er auf dem Oberkörper des Opfers saß, eine Hand am Hals, eine gegen den Mund gepresst. Nach Zeugenaussagen hatte das Opfer den Angeklagten zuvor mehrfach als eine Art Geizhals beschimpft.

Männer waren betrunken

Nach der Tat habe er den Toten entsetzt in sein Bett gelegt und die Leiche abgedeckt, schilderte der 43-jährige Familienvater. Dann habe er Bekannte angerufen, die die Polizei alarmieren sollten. Er habe auch einen seiner Mitbewohner geweckt, ihm den Toten gezeigt und die Tat gestanden. Seiner Frau in Polen sagte er demzufolge, es sei eine Tragödie passiert und er komme lange nicht nach Hause.

Beim ersten Tatgeständnis und seiner Festnahme wirkte der Angeklagte nach Angaben von Zeugen ruhig. Man habe keine sichtbaren Anzeichen einer Alkoholisierung wahrgenommen. Eine Gerichtsmedizinerin sagte, der Tote habe mehr als drei Promille Alkohol im Blut gehabt, der Angeklagte mehr als 1,4 Promille.

Der 43-Jährige, ein gelernter Automechaniker, arbeitete nach eigenen Angaben seit längerem bei der Post in Neumünster, zunächst als Leiharbeiter, dann als Angestellter. Zuvor hatte er in Deutschland und im europäischen Ausland unter anderem auf einer Werft und in einem Schlachtbetrieb gearbeitet. Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage festgesetzt. Das Urteil könnte demnach Mitte März verkündet werden.

von dpa

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