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U-Boot-Taufe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

"Seeungeheuer" für Israel U-Boot-Taufe unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde am Donnerstag um 12 Uhr bei HDW das erste von drei neuen U-Booten für die Marine Israels getauft. Das größte bislang in Deutschland gebaute U-Boot erhielt den Traditionsnamen „Tanin“. Der Auftrag ist in Deutschland umstritten, nachdem Nobelpreisträger Günter Grass die Lieferung von U-Booten an Israel scharf kritisiert hat.

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Für die Taufe schirmte die Wasserschutzpolizei die Seeseite der Werft mit einem Streifenboot ab.

Quelle: Foto Behling

Kiel. Die „Tanin“ ermöglicht der israelischen Marine bald neue Möglichkeiten. Das 68 Meter lange und mehr als 2200 Tonnen verdrängende Boot besitzt eine Antriebs-Mix aus Brennstoffzellen und Elektromotoren und kann so bis zu zwei Wochen getaucht operieren.

Die drei Boote kosten rund 1,5 Milliarden Euro. Ein Drittel der Finanzierung wird von der Bundesregierung übernommen – finanziert aus dem Einzelplan 60 des Bundeshaushalts.

Bei den Booten handelt es sich um eine Weiterentwicklung der drei 1998 bis 2001 in Kiel für Israel gebauten Boote der „Dolphin“-Klasse, die gerade in Israel mit Hilfe von HDW modernisiert werden. Die Bewaffung der sechs Boote ist nahezu identisch. Sie besteht aus zehn Torpedorohren. Aus diesen Rohren sollen angeblich Marschflugkörper verschossen werden können, die auch Nuklearsprengköpfe tragen können. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang aber nicht. Zu dem Auftrag äußern sich weder die Bauwerft HDW noch der ThyssenKrupp-Konzern.

Für die Taufe wurden am Donnerstag auf der Werft und im Hafen strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Wasserschutzpolizei schirmte die Seeseite der Werft mit einem Streifenboot ab. Zu der Feier war fast die gesamte Führung der israelischen Marine aus Tel Aviv angereist. Der Name „Tanin“ wird in der israelischen Marine zum dritten Mal vergeben. 1958 bekam des erste israelische U-Boot diesen Namen, der im hebräischen für Seeungeheuer steht. Es wurde damals in England gekauft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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