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Kiel Polizei trainiert Terror- und Amokabwehr
Kiel Polizei trainiert Terror- und Amokabwehr
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18:50 06.06.2018
Von Niklas Wieczorek
Kurz vor dem Zugriff: In dieser Baracke lauerte einer der "Terroristen" im dritten Übungsszenario. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Auf dem Marinearsenal in Kiel-Ellerbek fallen Schüsse – eine Person schreit "Allahu akbar" und läuft bewaffnet in eine Baracke voller Menschen: Hektisch wählt ein Zeuge die 110, und schon beginnt das dritte Übungsszenario, mit dem sich die Führungskräfte der Polizei Kiel an diesem Mittwoch auseinandersetzen müssen. Gemeinsam mit dem Landespolizeiamt hat die Sicherheitsbehörde über den gesamten Tag "lebensbedrohliche Lagen" vorbereitet. Darunter werden heute Amokläufe, Geiselnahmen oder Terroranschläge zusammengefasst – und auch jeder Streifenpolizist soll darauf vorbereitet sein.

Noch Anfang dieser Woche gab es eine zunächst ähnlich anmutende Gefahr an der Hörn inmitten von Kiel: "Die Echt-Lage am Montag ist genau so abgelaufen, wie das unterrichtsmäßig abgesprochen war", sagte der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Kiel, Frank Matthiesen. Diese Übung richte sich vor allem an Dienstgruppenleiter und -vertreter: "Wenn so etwas passiert, müssen sie auf der einen Seite schnell ausrücken, aber auf der anderen auch eine Struktur aufbauen." Sie haben meist ein Team von bis zu zwölf Beamten unter sich, aber müssen so angreifen, dass sinnvoll ergänzt werden kann. 40 Beamte, auch Trainer und Beobachter sowie die Feuerwehr waren vor Ort - insgesamt 100 Kräfte.

Streifenpolizisten im Einsatz

"Wir üben, was die Kollegen im Alltag erleben könnten", erläuterte Direktionschef Thomas Bauchrowitz, während die ersten Streifenpolizisten mit Schutzwesten und Helmen bewehrt im Anmarsch sind. "Wir gehen immer zuerst davon aus, dass es ein Ernstfall ist." Auch am Montag sei das so gewesen, aber vor Ort dann schnell klar geworden, dass die Lage nicht so brenzlig ist.

Aus der Baracke dringen Schreie, es soll Verwundete geben. Die Polizisten schießen mit Farbpatronen, um ihre Treffer nachvollziehen zu können, die Täter mit Platzpatronen. Und dennoch ist das Szenario beängstigend – nach wenigen Minuten sind zwei Täter ausgeschaltet. Bauchrowitz wies darauf hin, dass es für Streifenpolizisten vor einigen Jahren noch keinesfalls denkbar war, auch in eine Terror-Lage zu geraten. "Das sind hier keine Spezialkräfte wie bei der Übung "Pandora" vor über einem Jahr", sagte Bauchrowitz. Keine besondere Rolle spiele der Zeitpunkt dieser Übung vor der Kieler Woche: "Es gibt keine konkreten Hinweise auf eine Terrorgefahr, aber weiter eine hohe abstrakte Gefährdungslage."

Am Mittwoch trainierte die Polizei auf dem Gelände des Marinearsenals in Kiel-Ellerbek die Abwehr von Amok und Terror.
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