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Kiel Ulf Kämpfer: Wie man Bürgermeister wird
Kiel Ulf Kämpfer: Wie man Bürgermeister wird
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07:00 08.12.2017
Von Alev Doğan
Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) referierte in der Lehrveranstaltung zum Thema "Wie werde ich Oberbürgermeister" an der FH Kiel. Quelle: Frank Peter
Kiel

Ulf Kämpfer referierte im Hörsaal 5 der Fachhochschule Kiel vor Studenten des Moduls „Politische Kommunikation“. Für das Planspiel „OB-Direktwahl in Kiel“ übernehmen die Studenten die Funktion von Parteivorständen, die die Wahl planen, Kandidaten finden, sich mit unerwarteten Ereignissen auseinandersetzen müssen. Geleitet wird das Planspiel von Prof. Christian Hauck und der Ex-Wissenschaftsministerin und FH-Lehrbeauftragten Kristin Alheit (SPD).

OB-Kandidat nach Susanne Gaschke

Um aus erster Hand zu erfahren, wie man Oberbürgermeister wird – und bleibt –, war der echte zu einem Vortrag eingeladen. Kämpfer schien die studentische Atmosphäre zu genießen und zeigte sich in Plauderlaune. „Unter normalen Umständen wäre ich damals niemals gefragt worden, ob ich OB werden möchte“, so Kämpfer, „aber es waren ja keine normalen Umstände.“ Es war die Post-Gaschke-Ära. Jene Zeit, in der die SPD-Oberbürgermeisterin nach einem Steuerskandal zurücktrat und die Kieler Sozialdemokraten dringend einen neuen Kandidaten brauchten, der auch von den Grünen unterstützt werden würde.

Die Sache mit dem Detailwissen

Eine Lehre, die er aus seinem Wahlkampf mit Bedauern gezogen habe: „Sie können kaum abschätzen, wie wenig Detailwissen man braucht.“ Für den fünften Spiegelstrich unter dem sechsten Kapitel würde sich leider niemand interessieren. Vor allem müsse sich ein OB-Kandidat schnell in neue Themen einarbeiten können: „Und wenn Sie dann noch drei passable Sätze dazu sagen können, ist schon viel gewonnen.“ Zu bestimmten wichtigen Themen müsse ein OB aber immer sprechfähig sein.

Gegen die "Schwafelcharaktere" in der Politik

In der anschließenden Fragestunde will eine Studentin wissen, wie zu reagieren sei, wenn man zu einer Frage keine Antwort habe und sich in dem Thema auch nicht auskenne. „Ehrlich sagen, dass man es nicht weiß. In der Politik gibt es leider ziemlich viele Schwafelcharaktere, das finde ich furchtbar.“ Er fahre besser damit, ehrlich zu sein, aber ein verbindliches Angebot zu machen. „Notieren Sie sich die Telefonnummer der Person und versprechen Sie, sich zu informieren und sich dann zu melden. Und machen Sie das dann auch!“

„Authentisch“ ist nach Kämpfers Abschied das Wort des Tages. „Authentisch und erfrischend ehrlich“ sei der Oberbürgermeister gewesen, lautet das Urteil der Studenten.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) referierte in der Lehrveranstaltung zum Thema "Wie werde ich Oberbürgermeister" an der FH Kiel. Den Studenten gefiel es.
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