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18:11 01.10.2015
Von Martina Drexler
 Festschrift zum 350. Jubiläum der CAU v.li.: Olaf Irlenkäuser (Wachholtz Verlag), OB Ulf Kämpfer, Anja Pistor-Hatam (Vizepräsidentin CAU), Oliver Auge (Herausgeber), Thortsten Burkard (CAU), Marvin Harms (Wachholtz Verlag). Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Alles begann 1665 in Kiel mit 18 Professoren und 140 Studenten: Am 5. Oktober nahm die Christian-Albrechts-Universität (CAU) ihren Betrieb auf. Auf 1032 Seiten wollen die Herausgeber alle Interessierten nach eigenen Angaben „mitnehmen auf eine Entdeckungsreise“, um Einblicke in die wechselvolle Geschichte der CAU zu geben, aber auch Perspektiven in die Zukunft aufzuweisen. „350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt“ heißt die Festschrift, die am Donnerstag im Rathaus vorgestellt wurde.

Heute zählt die größte Hochschule des Landes etwa 25000 Studierende, mehr als 350 Professoren und Professorinnen sowie mehr als 3300 Mitarbeiter. Allein diese Zahlen spiegeln die Bedeutung der CAU für die Stadt und das Land wider. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer spricht in seinem Beitrag für die Festschrift von einer lebendigen Zweierbeziehung: Die Verbundenheit zwischen Stadt und Universität sei groß. Die CAU mache Kiel jünger, klüger und vielfältiger.

Rund 100 Professorinnen und Professoren, Hilfskräfte, Studierende und Mitarbeiter haben sich nicht nur zusammengetan, um die Festschrift zusammenzustellen, sondern auch um das Werk eines der ersten Professoren der CAU, Caeso Gramm, zu übersetzen: Gramm schrieb damals eine lateinische Werbeschrift „Chilonium Novus Holsatiae Parnassus“. Herausgeber dieses Lobgesangs auf Kiel sind die CAU-Philologen Prof. Thorsten Burkard und Marvin Harms. Festschrift und Gramms Werk zusammen belegen die wechselseitige Bedeutung für die Stadt und ihre Universität. Bereits vor vier Jahren begannen die Arbeiten für beide Schriften, die laut Universitäts-Vizepräsidentin Prof. Anja Pistor-Hatam eine große Lücke füllen in der Dokumentation der Universitätsgeschichte. Schuld daran waren Kriege, Krisen und politische Umbrüche. Sie führten auch dazu, dass die Uni häufiger von Schließung bedroht war und fast alle Jubiläen ausfallen mussten.

Der Kieler Regionalhistoriker Prof. Oliver Auge, Herausgeber der Festschrift, zeigte sich nach der Lektüre der etwa 50 Beiträge unter anderem davon überrascht, wie lebensnah viele Forschungsprojekte sind: „Dies machte mir bewusst, wie wenig wir von einem Elfenbeinturm sprechen können.“ Die Geschichte der vergangenen Universitätsjubiläen findet in dem Buch ebenso Platz wie die Entstehung der Fakultäten, die Rolle der Universität während der NS-Zeit, die internationalen Beziehungen, ihre Bedeutung für das Land oder Eindrücke von Zeitzeugen der Studentenproteste des Jahres 1968. Ein spannendes Buch mit zahlreichen Abbildungen für jedermann, hofft Auge.

Die Festschrift „Christian-Albrechts-Universität – 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt“ erschien in einer Auflage von 2000 Exemplaren, (Wachholtz Verlag, 39,80 Euro), die Werbeschrift in einer Auflage von 1000 Exemplaren (Wachholtz Verlag, 24,80 Euro). Zusammen bringen sie genau 3500 Gramm – passend zum Uni-Jubiläum – auf die Waage. Für den Wachholtz-Verlag ist die Festschrift das dickste Buch, das jemals auf den Markt kam.

Ringvorlesung

Zur Festschrift bietet die Christian-Albrechts-Universität eine Ringvorlesung über 350 Jahre Wirken in Stadt, Land und Welt an. In acht Vorträgen an verschiedenen Orten in Kiel werden jeweils donnerstags Themen wie der Weg der Frauen an die Universität, die Architektur und Finanzen der CAU vorgestellt. Auftakt ist am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr im Kieler Rathaus mit dem Thema 350 Jahre akademische Festkultur. Die für jedermann offene Ringvorlesung endet am 26. November in der Kunsthalle mit der Frage, warum die Universität häufiger von Schließung bedroht war. Weitere Informationen unter www.cau350.uni-kiel.de/ringvorlesung

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