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Kiel Votum schockt Elterninitiative
Kiel Votum schockt Elterninitiative
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06:00 14.12.2018
Von Oliver Stenzel
Zeigten sich vom negativen Votum des Ortsbeirats erschüttert: Matthias Jaschik und Svenja Evers vom Verein Rockzipfel. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Svenja Evers und Matthias Jaschik nutzten ihre Redezeit zunächst für eine Vorstellung der seit August dieses Jahres in der Esmarchstraße 44 aktiven Elterninitiative, die Selbstständigen, Studenten, Elternzeitlern und Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, die Möglichkeit bieten will, das balanciert mit ihren Kindern zu vereinbaren. Nach dem bereits in vielen deutschen Städten etablierten Familien-Coworking-Modell können sich Eltern nun auch in Kiel bei Rockzipfel einen von insgesamt zehn Arbeitsplätzen mieten. Während sie dort ihrer Tätigkeit nachgehen, werden ihre Kinder im Nebenraum von der Community betreut.

Grundsätzliche Sympathie, aber kein Geld

Doch obwohl das stark von ehrenamtlichem Engagement getragene Projekt in Kiel gut angelaufen ist, benötigt es dringend finanzielle Unterstützung. Auf Empfehlung des Kieler Jugendamts hatte sich der Rockzipfel-Vorstand daher an den Ortsbeirat gewandt, dessen Vorsitzender Benjamin Walczak (SPD) einen entsprechenden Antrag vorbereitet hatte. Nach diesem hätten die Mitglieder des Ortsbeirats der Stadt empfohlen, den Verein in den Jahren 2019 und 2020 mit monatlich bis zu 700 Euro zu unterstützen. Geplanter Termin für die Beratungsfolge: die Ratsversammlung gestern. Trotz der grundsätzlichen Sympathie, die alle Ortsbeirats-Mitglieder der Rockzipfel-Initiative entgegenbrachten, führte der Antrag selbst zum Dissens. 

Drei dafür, vier dagegen - abgelehnt!

Anne Bayer (CDU) empfand die Verbindung der Vorstellung mit dem sofortigen Unterstützungswunsch als unglücklich und das Ansinnen an sich als problematisch: „Auch ein von idealistischen Motiven getragener Verein sollte grundsätzlich in der Lage sein, sich selbst zu tragen.“ Matthias Triebel (Grüne) argumentierte in eine ähnliche Richtung, fragte laut, ob der Ortsbeirat der richtige Ort für eine solche Aktion sei und warnte davor, dass in Zukunft auch andere Vereine mit einer entsprechenden Erwartungshaltung zu den Sitzungen kämen. Unterstützung erhielt er von seinem Parteikollegen Sven Krumbeck. „Es wäre gegenüber anderen Vereinen nicht fair, wenn ein solcher Antrag so kurzfristig durchkommen würde“, urteilte der im Publikum anwesende Grünen-Ratsherr. Bei zwei Enthaltungen, drei Pro- und vier Kontra-Stimmen scheiterte der Unterstützungsantrag im Ortsbeirat.

Ohne Förderung steht die Initiative vor dem Aus

Für den Verein hat sich die Krise mit dieser Entscheidung verschärft: „Wir sind davon erschüttert, zumal man uns vor der Sitzung signalisiert hatte, dass es sich hier eher um eine Formsache handelt“, kommentiert Ariane Krahl von Rockzipfel den unerwarteten Ausgang. Sollte sich innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate keine alternative Förderungsmöglichkeit finden, stehe die Initiative vor dem Aus.

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