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Kiel Kieler Pädagogen schlagen Alarm
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07:00 06.09.2017
Von Jürgen Küppers
Jetzt sind die Vereinsgründer mit ihren "Schulen am Wind" auch online: Hauke Kruse, Dieter Ruser und Carsten Haack (von links). Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Der Druck zum Start der ungewöhnlichen Initiative muss groß gewesen sein. Hauke Kruse (Gemeinschaftsschule am Brook), Dieter Ruser (Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule) und Carsten Haack (Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule) wägen ihre Worte sorgsam ab. Schließlich wollen sie sich als Landesbeamte mit Kritik am Bildungsministerium zurückhalten. „Aber als Vereinsmitglieder dürfen und wollen wir deutlicher als bisher unsere Sicht darlegen und mit Daten untermauern“, betont Hauke Kruse.

Und wer die Vereins-Homepage (www.schulenamwind.de) studiert, findet dort klare Worte und Daten zuhauf: Migrationshintergrund von bis zu 60 Prozent ihrer Schüler, hinzu kommen immer mehr Flüchtlingskinder mit nur rudimentären Deutschkenntnissen, rund 70 Prozent der Schüler sind auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen. Und: Etwa 20 Prozent brauchen sonderpädagogische Förderung, es gibt überdurchschnittlich hohe Schulschwänzer-Raten, Verhaltensauffälligkeiten an der Grenze der Beschulbarkeit, drei bis vier potenzielle extreme Störer („Systemsprenger“) pro Lerngruppe, Unterstützung der Elternhäuser bei Bildungsprozessen gibt es in aller Regel jedoch nicht. Insofern verstehe sich der Verein als Lobby für diese Kinder und ihre Familien.

Damit Schulen in sozialen Brennpunkten erfolgreich arbeiten könnten, müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählt der Verein folgende Kriterien: zum Beispiel eine Lerngruppengröße von maximal 20 Schülern sowie Schulsozialarbeit mit einer Kapazität für 20 Prozent der Schüler. Bislang seien Kieler Schulen im Schnitt rund zehn Nettostunden Sozialarbeit je 100 Schülern zugewiesen, an Hamburger Stadtteilschulen bei vergleichbarer Größe hingegen das 2,5-Fache.

Außerdem müssten Teilnehmer aus ehemaligen Deutsch-Basiskursen auf sämtliche Sekundarstufe-1-Standorte, also vermehrt auch auf Gymnasien, verteilt werden. Die derzeitige Praxis ist offenbar anders. Mehr als 90 Prozent der Kursabsolventen würden Gemeinschaftsschulen (gerade in Brennpunkt-Stadtteilen) zugewiesen.

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