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Kiel Sprengung in Kiel stand kurz vor Abbruch
Kiel Sprengung in Kiel stand kurz vor Abbruch
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12:49 07.12.2018
OB Ulf Kämpfer (re) erkundigt sich vor Ort bei Polizeisprecher Oliver Pohl über die kontrollierte Bombensprengung in der Pickertstraße Kiel. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Sprengung einer britischen Fliegerbombe in Kiel am Donnerstagabend ist wegen Gaffern im Sperrbereich fast abgebrochen worden. „In der Dunkelheit sind immer wieder neue Leute in den Gefahrenbereich gekommen, um den Einsatz miterleben zu wollen“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Freitag. Hätten nicht alle Posten am Ende doch sicherstellen können, dass niemand mehr im Sperrbereich ist, hätte der Kampfmittelräumdienst den Einsatz abgebrochen. „Die Evakuierung wäre dann aufrechterhalten worden und der Kampfmittelräumdienst hätte mit Anbruch des Tageslichts weitergearbeitet.“

Die Sprengung der 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg verzögerte sich um etwa zwei Stunden bis nach 22.00 Uhr. Ursprünglich hatten alle Anwohner das Gebiet im Stadtteil Gaarden bis 18.00 Uhr verlassen sollen. Auch ein Altenpflegeheim wurde evakuiert. Hilfebedürftige wurden mit Rettungswagen aus dem Sperrgebiet gebracht.

Kieler waren uneinsichtig und blieben im Sperrgebiet

Immer wieder seien aber Menschen in den Sperrbereich gegangen, uneinsichtige Anwohner seien geblieben und hätten aus dem Fenster geschaut, sagte ein Polizeisprecher. Manche hätten sogar mit Polizisten noch über die Notwendigkeit der Evakuierung diskutieren wollen. Auch auf Facebook bat die Polizei eindringlich: „Tut uns einen Gefallen: Verlasst den Bereich rund um die Bombe!!! Es laufen immer wieder Leute in den Gefahrenbereich und versuchen, so nah wie möglich an den Fundort heran zu kommen. Ihr erschwert damit die Arbeit der Kampfmittelräumer.“

Hier sehen Sie Bilder von der Evakuierung in Kiel-Gaarden.

Theoretisch kann die Polizei Platzverweise aussprechen und bei Nichtbefolgen Menschen in Gewahrsam nehmen. Im Vordergrund habe gestanden, die Sicherheit während der Sprengung zu gewährleisten, betonte ein Polizeisprecher. Auf Facebook erklärte die Polizei Kiel: „Ob auf die „Uneinsichtigen“ noch etwas zukommt, kann jetzt noch nicht gesagt werden.“

So gefährlich war die Bombe

Die 250-Kilo-Bombe lag in einer Tiefe von vier Metern. "Das war eine der gefährlichsten Bomben der vergangenen Jahrzehnte", sagte Polizeisprecher Oliver Pohl. Die 250-Kilo-Bombe in der Pickertstraße in Kiel hätte jeder Zeit explodieren können.

Auf die Bombe wurden zwei Wassersäcke gelegt. Sie umfassten jeweils 10 Tonnen Wasser. Durch die Säcke sollte die Explosion gedämmt werden - aber auch die Flammen gelöscht werden, die durch die Sprengung entstehen.

Sprengmeister Oliver Kinast war sehr zufrieden mit der kontrollierten Sprengung. "Wir konnten die Druckwelle direkt nach oben leiten und deshalb größere Schäden vermeiden."

Polizei sauer auf alle, die den Einsatz in die Länge gezogen haben

Nach dem Einsatz meldete die Polizei Kiel auf Facebook: „Wir haben fertig! Dank an die Kollegen des Kampfmittelräumdienstes. Dank an den Rettungsdienst und alle Ehrenamtler. Dank an unsere Kollegen, die über Stunden versucht haben, den Bereich zu räumen. Dank an die Anwohner für eure Geduld. Ausdrücklich keinen Dank an diejenigen, die unsere Maßnahmen und die Arbeit aller Beteiligten durch vollständige Ignoranz und Uneinsichtigkeit behindert und dadurch um über zwei Stunden verlängert haben. Die Straßen sind wieder frei. Ihr könnt zurück in eure Wohnungen. Gute Nacht!“

Wie viele Blindgänger gibt es noch?

Die Bombe war vermutlich am 23. Juli 1944 über Kiel abgeworfen worden. Wegen der in Kiel ansässigen Rüstungsindustrie war die Stadt an der Förde Ziel schwerer Luftangriffe der Alliierten.

Mehr als 49000 Tonnen Bomben wurden im Zweiten Weltkrieg als Bomben auf Schleswig-Holstein abgeworfen. Zwei Drittel davon auf Kiel. Ein Teil davon liegt noch als Blindgänger unter der Erde.

Von KN/dpa

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