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Kiel Kiel will jetzt in die Höhe bauen
Kiel Kiel will jetzt in die Höhe bauen
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09:23 03.08.2017
Von Martina Drexler
Ein paar Etagen mehr? Zwischen Verwaltung und Investoren laufen die Abstimmungen über eine Aufstockung an diesem Gebäude am Sophienblatt. Da entsprechendes Baurecht existiert, könnte hier losgelegt werden. Für eine Wohnnutzung sei die Immobilie weniger geeignet, eher für Gastronomie und Dienstleistung. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

In den einzelnen Stadtteilen soll zusammen mit privaten Eigentümern, Anwohnern und Unternehmen ausgelotet werden, wo eine behutsame Nachverdichtung etwa in Innenhöfen, eine Aufstockung vor allem von Immobilien der 50er- und 60er-Jahre, eine Schließung von Baulücken oder eine Entwicklung von bisher brach liegenden Grundstücken möglich sein könnte. Die Stadt biete dabei Beratungsleistungen an, sagt Baudezernentin Doris Grondke.

Eine wachsende Bevölkerung, eine regional stark steigende Nachfrage nach Wohnraum und ein jahrelang vernachlässigter Wohnungsbau sind die Gründe, weshalb in den Oberzentren die Suche nach einer günstigen Bleibe immer mehr zum Hürdenlauf wird. Die Verwaltung unter Oberbürgermeister Ulf Kämpfer brachte seit 2014 den Masterplan Wohnen und den „Wohnungsbauflächenatlas 1.0“ auf den Weg, der zwischen 9000 bis 10000 Einheiten bringen soll. Jetzt folgt aus Sicht der Stadt der zweite Schritt mit dem „Wohnbauflächenatlas 2.0“.

Der Bedarf ist noch größer

Wie viele Wohnungen so entstehen könnten, ist nicht genau vorherzusagen. Aber Kämpfer hält es für möglich, dass in den nächsten Jahren Flächen für bis zu 5000 neue Einheiten identifiziert werden könnten. Grondke ist überzeugt, dass über das Prinzip „Aufstockung“ in Kiels Wohngebieten aus den 50er- und 60er-Jahren noch viel Wohnraum erschlossen werden kann. „Mir leuchten überall die Augen, wenn ich durch die Stadt fahre.“

Geht es nach der aktuellen Prognose, müssten es pro Jahr 1750 neue Wohnungen entstehen. Eine Zahl, die nicht zu schaffen sei und viele Unschärfen habe: „Wir müssen wissen, wer kommt eigentlich mit welchen Ansprüchen nach Kiel“, sagt Sozialdezernent Gerwin Stöcken.

Die Stadt selbst wird, wie berichtet, als Bauherrin tätig, mit jeweils 20 bis 24 sozial geförderten Wohnungen im Schusterkrug und der Havemeisterstraße. Eine weitere Entlastung erreicht die Stadt dadurch, dass 1600 bis 1700 anerkannte Asylbewerber länger in den Gemeinschaftsunterkünften leben.

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