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Kiel Mit Klasse in abgerockten Cowboystiefeln
Kiel Mit Klasse in abgerockten Cowboystiefeln
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11:50 21.10.2018
Von Thomas Richter
Workers in Songs stehen mit einigen europäischen Farbtupfern und originellem Songwriting fest auf eigenen Füßen. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Man arbeite auf Hochtouren an einer neuen Platte, sagt Sänger Morten Krogh irgendwann während des fulminanten Konzerts seiner dänischen Country-Folk-Rock-Blues Formation Workers in Songs im der leider nur mäßig besuchten Räucherei, und ergänzt, „but sometimes this shit takes time“.

Der erste Eindruck

Dass es wohl noch ein kleines Weilchen dauern wird, bis neuer „Shit“ von den Workers in Songs auf Platte gepresst wird macht mal gar nichts. Denn was die Westmänner aus Roskilde und Kopenhagen an Songmaterial bereits im Holster tragen, hat bei weitem genug Sprengkraft für tolle Abende wie diesen.

Das Programm

Auf der Americana-Setlist fanden sich balladeske Songs in allerbester „Storyteller“-Tradition (Living In A Cheap Motel, Far Away From Home), galoppierende, hoch energetische, wilde Rocker (Faithful To You), perfekt groovender Honkytonk und Rockabilly (That Glorious Masterpiece), Boogie Woogie-Polka (God I Love You), schmissige Miniatur-Komödien (Houswife On Crack, Buy A Car) oder erdiger Blues (Why Did I?).

Eines von vielen Highlights war das großartige Cover der Tom Waits Schönheit  Christmas Card From A Hooker In Minneapolis. Jonas Skovlykke Jensen (Schlagzeug), Morten Dehn (Kontra- und E-Bass),  Ulrik Tarp Merrildgaard (E- und Lapsteel-Gitarre, Banjo), Michael Møller (Akustische Gitarre) und natürlich der Dreh- und Angelpunkt der Band, Sänger Morten Krogh, musizieren leidenschaftlich, ehrlich und perfekt instrumentiert.

Ihr beherzter Griff in den Goldschatz musikalischer Schöpfungen der Vereinigten Staaten ist gewitzt, musikalisch durchdacht und hat unfassbar viel Seele.

Die Combo macht einfach Spaß und bewegt. 

Das Publikum

Vom ersten Takt an voll bei der Sache. Die kleine Menge teilte sich in Fans und Neugierige, die sich dem Sog dieser einzigartigen Combo zum ersten Mal hingaben. Die Begeisterung für den Gig indes war zu hundert Prozent ungeteilt. Die Chemie stimmte auf und vor der Bühne. 

Was in Erinnerung bleibt

Obwohl Workers in Songs die Wurzeln ihre Musik bis zur letzten Faser verinnerlicht haben, ist ihr prickelndes Werk mehr als eine Verbeugung vorm Klang des weiten Westens, sondern steht mit einigen europäischen Farbtupfern und originellem Songwriting fest auf eigenen Füßen. Auch wenn diese in abgerockten Cowboystiefeln stecken.  

Fazit

Es war ein Live-Gig der Extraklasse. Der unprätentiöse dafür aber elektrifizierende Habitus der Band, die schiere Wucht und Klasse der Songs, die leichte Ironie, die über dem Ganzen schwebt. All das wirkte auf den Punkt und machte auch den dritten Auftritt des Danish Dynamite Quintetts in der Räucherei zu einem Erlebnis.

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