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Kiel Einzige Schule in Kiel mit Turbo-Abi
Kiel Einzige Schule in Kiel mit Turbo-Abi
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07:00 17.01.2018
Von Jürgen Küppers
Schüler und Eltern behalten die Wahl: Das Thor-Heyerdahl-Gymnasium in Kiel-Mettenhof setzt weiterhin auf sein sogenanntes Y-Modell mit G8 und G9. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel-Mettenhof

Bei diesem Modell laufen G8- und G9-Bildungsgänge parallel. So jedenfalls hat es die Schulkonferenz mit überwältigender Mehrheit am Montagabend beschlossen. Klarer hätte das Votum von Lehrern, Eltern und Schülern kaum ausfallen können: 28 von 30 Mitgliedern der Schulkonferenz stimmten für die Fortführung des Y-Modells, bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Die Klarheit wundert Schulleiter Torsten Stellmacher nicht: „Unser Modell hat sich bestens bewährt. Insofern gab es keinen Grund für eine Veränderung.“

Was jetzt noch für die Umsetzung des Konferenzbeschlusses fehlt: Die Stadt muss als Schulträger noch eine Stellungnahme dazu ans Ministerium abgeben, bevor dort eine endgültige Entscheidung fällt. Mit einem ausgiebigen Prüfverfahren rechnet Ministeriumssprecherin Beate Hinse dabei nicht. Es gehe hauptsächlich um die Einhaltung der vorgeschriebenen Formalien im Schulgesetz. Auch Torsten Stellmacher rechnet nicht damit, dass Land oder Stadt den eingeschlagenen Weg in letzter Minute noch versperren: „Ich bin sehr optimistisch, dass das nicht passieren wird.“

Ein „bisschen kurios“ findet Stellmacher die Situation seiner Schule allerdings schon, die aller Voraussicht nach als einzige das Turbo-Abitur anbieten kann. Denn ihr erlaubte das Bildungsministerium schon 2010 als einzigem Kieler Gymnasium einen Sonderweg mit der Einführung des Y-Modells – damals allerdings mit der damit verbundenen Ausnahmeregelung, dort auch G9 anbieten zu dürfen. Hintergrund dafür war damals die Argumentation der Mettenhofer Schule, dass das Angebot des Langsam-Abis gerade in diesem Stadtteil mit hohem Migranten-Anteil unverzichtbar sei.

Dass die Fortführung des Y-Modells dem Thor-Heyerdahl-Gymnasium bei der (fast) flächendeckenden Rückkehr zu G9 jetzt ausgerechnet beim Turbo-Abi erneut ein Alleinstellungsmerkmal in Kiel beschert, freut Stellmacher: „Wir sind überzeugt, dass es ein gutes, flexibles Modell ist. Es hat sich bewährt. Kinder sind eben verschieden und brauchen ganz unterschiedliche Förderung.“

Der Aufwand für die Aufrechterhaltung des Y-Modells hält sich nach Stellmachers Einschätzung noch in vertretbaren Grenzen. Die Lehrkräfte verfügten über ausreichend Erfahrung, um in beiden Bildungsgängen unterrichten zu können. Organisatorisch entstehe zwar Mehrarbeit, die man an der Schule aber gerne in Kauf nehme: „Daran soll es wirklich nicht scheitern, unser bewährtes Modell auch künftig weiterführen zu können.“

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