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Streit endet mit Messerstichen

Angler-Zoff an der Hörn Streit endet mit Messerstichen

Wenn im Frühling die Heringe zum Laichen in die Förde ziehen, stehen die Hobbyfischer zu Hunderten am Ufer der Hörn. Das friedliche Bild täuscht, als im April 2016 zwei angetrunkene Angler einen Konkurrenten türkischer Herkunft anpöbeln. Der soll später einen seiner Gegner niedergestochen haben.

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An der Hörn warten die Angler auf die großen Heringsschwärme. Jetzt landet ein blutiger Streit unter den Petrijüngern vor Gericht.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Vor dem Kieler Amtsgericht weist der Angeklagte den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung mit einem Messer zurück. Von dem später mit zwei Stichen in den Rücken verletzten Zeugen (40) will er bedroht und als „Scheißtürke“ beschimpft worden sein. Er selbst habe sich mit „Nazi“ revanchiert, so der Angeklagte weiter. „Voller Hass“ habe ihn der 40-Jährige auf dem Weg zum Parkplatz hinter dem Schmidt-Bau verfolgt und ein Messer gezogen. „Ich habe mich gewehrt und mit der Faust zugehauen.“

Dann sei der zweite Mann mit den Worten „Ich mach dich platt“ auf ihn losgegangen. „Er hat mich direkt angegriffen und zog ein Messer.“ Um sich zu verteidigen, will der Angeklagte einen Holzknüppel aus seinem Pkw geholt und damit zugeschlagen haben. Sein Gegner habe ihm den Knüppel entrissen und zurückgeschlagen. Er selbst habe sich in den Pkw retten und flüchten können, so der Angeklagte.

Leicht verletzt fuhr der 53-Jährige zum 4. Polizeirevier in Gaarden, um den Vorfall zu melden. Er beteuerte, während der Auseinandersetzung zu keiner Zeit ein Messer in der Hand gehabt zu haben. Allerdings wurden in seinem Pkw zwei Messer sichergestellt. Das Gericht folgte gestern dem Antrag der Verteidigung, die Klingen auf Blut- und Faserspuren untersuchen zu lassen. Nach Auffassung des Rechtsanwalts scheiden sie als Tatwaffe aus.

„Es ging um einen Fisch, der nicht artgerecht getötet wurde“, berichtet ein anderer Angler (42) über den Anlass des Streits. Vor Gericht bestätigt der Angeklagte, er habe einen frisch gefangenen Hering erst einmal eine Weile am Boden zappeln lassen, um die Angel sofort wieder auswerfen zu können. Beim Schwarmfischen sei Eile geboten, sagt er. Doch darum sei es den anderen nicht gegangen: „Ich merkte, die Herren suchen Streit.“ Sie hätten sich schon aufgeregt, dass er sich in ihre Nähe stellte.

Ein anderer Petri-Jünger (49) bestätigt, der Verletzte habe den Angeklagten „sehr aggressiv“ angepöbelt. „Der suchte offenbar einen Grund, Stress zu machen.“ Seine Clique von manchmal zehn bis fünfzehn Mann habe ihr Angelrevier am Ostufer nördlich der Hörnbrücke und sei regelmäßig betrunken. „Die verkaufen dort ihre Fische und holen sich immer wieder Alkohol vom Bahnhof.“ Andere trauten sich da kaum mehr hin.

Der Prozess wird Anfang Februar fortgesetzt.

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