Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Streit um neue Mietobergrenzen in Kiel
Kiel Streit um neue Mietobergrenzen in Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 23.01.2018
Von Karen Schwenke
In Kiel mietet jeder Siebte pro Jahr eine neue Wohnung, doch ein günstiges Zuhause ist nicht leicht zu finden. Fündig werden Menschen, deren Miete das Amt zahlt, etwa im Stadtteil Mettenhof. Quelle: Karin Jordt
Kiel

Seit Dezember 2016 gelten die alten Mietobergrenzen (MOG) in Kiel nicht mehr. Über ein Jahr brauchte die Verwaltung, um sie neu zu errechnen. Betroffen von der Hängepartie sind bis zu 18.778 Kieler Haushalte, deren Wohnungsmieten von der Stadt bezahlt werden. Gezwungen durch eine richterliche Fristsetzung hat die Ratsversammlung am Donnerstag neue Obergrenzen rückwirkend ab Januar 2017 mit den Stimmen von SPD und CDU verabschiedet. Demnach haben sich die Mieten für Wohnungen zwischen 50 und 60 Quadratmeter seit 2014 nicht verteuert. Das sorgt für neuen Streit.

Auf Grundlage des Kieler Mietspiegels von 2017 wurden die neuen MOG errechnet. Während sie für Einpersonenhaushalte von 2014 auf 2017 um 5,4 Prozent gestiegen sind, erhöhen sich die Mietpreise für Zweipersonenhaushalte gar nicht. Die Datenauswertung ergab sogar, dass der maximale Mietpreis für eine Zweipersonenwohnung von bis zu 60 Quadratmeter von 411 Euro (2014) auf 406,5 Euro (2017) um 4,50 Euro gesunken ist. „Um den Hilfeempfängern keine Nachteile zu verschaffen, hat die Stadt die Mietobergrenzen dennoch nicht gesenkt“, so Stöcken.

Doch das beruhigt die Kritiker kaum: „Dass sich der Mietpreis nicht erhöht haben soll, ist für uns aus der Alltagserfahrung überhaupt nicht nachzuvollziehen“, sagt Lydia Rudow, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Selbst Stadtrat Stöcken kann sich den gesunkenen Mietpreis nicht erklären, zweifelt aber die MOG nicht an. Die Geschäftsführerin des Kieler Mietervereins Heidrun Clausen ist sich sicher, "dass auch die Wohnungen zwischen 50 und 60 Quadratmetern genauso stark gestiegen wie die Wohnungen bis 50 Quadratmeter.“ Im aktuellen Mietspiegel seien die Wohnungsmieten seit 2014 sogar um durchschnittlich zwölf Prozent gestiegen. Der Mieterverein fordert daher, dass diese Steigerungen auch auf die MOG übertragen werden.

Stöcken sieht hingegen keinen Handlungsbedarf: „Wir haben ein Institut beauftragt, das die Daten nach wissenschaftlichen Methoden ausgewertet hat. Die verabschiedeten Mietobergrenzen sind deren Ergebnis, das ich in allen Punkten nachvollziehen kann.“ Während der Stadtrat davon ausgeht, dass die Kieler MOG einer Prüfung vor dem Sozialgericht standhalten, bezweifelt der Kieler Rechtsanwalt Helge Hildebrandt genau das: „Im Moment sieht es nicht so aus, als ob die Mietobergrenzen Bestand haben werden, aber in zwei bis vier Wochen wird es eine Gerichtsentscheidung geben, und dann wissen wir mehr.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hersteller bauen ihre Autos immer größer. Vor allem die zunehmende Breite sorgt in Parkhäusern für Herausforderungen: Die Fahrer können schlechter einparken, die Betreiber wollen keine Plätze wegfallen lassen – auch in Kiel.

Niklas Wieczorek 23.01.2018

Fußball-Oberligist TSV Schilksee profitiert von den sich offenbar abzeichnenden Auflösungserscheinungen beim Ligarivalen VfR Neumünster: Mit Rezan Acer hat ein in Kiel nicht unbekannter Mittelfeldakteur den Weg nach Schilksee gefunden, wie TSVS-Abteilungsleiter Marco Hinz bekanntgab.

22.01.2018
Kiel Kiel: Diebstahl vereitelt - Radlader schon halb auseinandergenommen

Das überraschte selbst die Polizei: In der Nacht zu Sonntag hatte ein unbekannter Täter in Kiel-Mettenhof bereits drei von vier Reifen eines Radladers abmontiert und andere Ersatzteile bereit gelegt – dann wurde der Mann allerdings überrascht. Die Polizei hat einen Verdächtigen im Visier.

Niklas Wieczorek 22.01.2018