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Anne Gramm zum langen Leben

Kommentar Anne Gramm zum langen Leben

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Und, folgt man den Erkenntnissen der Rostocker Demografie-Forscher, verlängert es auch das Leben. Das haben zwar viele Studien schon vorab nachgewiesen, aber sortiert nach Regionen kommen die abstrakten Zahlen dem eigenen Leben doch um einiges näher.

Die Stadt Kiel steht gut da, Neumünster schlecht. Im Kreis Ostholstein lässt es sich prima alt werden, in Dithmarschen weniger. Nicht ganz Schleswig-Holstein ist Glückswachstumsgebiet. Was kann man nun anfangen mit statistischem Durchschnitt? Ein individueller Rechtsanspruch auf ein langes Leben lässt sich kaum ableiten. Wohl aber gibt auch diese Studie Hinweise darauf, was Menschen gut tut und was ihnen schadet. An allererster Stelle steht: Wer ein Leben lang seine Knochen zu Markte tragen muss, ist schlechter dran als der, der sein Geld mit speziellen Kenntnissen verdienen kann. Denn Letzterer kann sich nicht nur während der Erwerbsphase, sondern vor allem im Alter Hilfe kaufen – und damit Entlastung, die gesund hält.

Der SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach hat schon vor zehn Jahren darauf hingewiesen, dass, wer wenig verdient, um Jahre früher stirbt als besser verdienende Menschen, und eine entsprechende Rentenerhöhung verlangt. Seine zweite Forderung: mehr Gesundheitsprävention. Darüber sollte man vor dem Hintergrund der neuen Zahlen noch einmal nachdenken. Es wäre ein Weg zu mehr Gerechtigkeit.

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Ein Artikel von
Anne Gramm
stellv. Ressortleiterin Nachrichtenredaktion

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