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Anne Holbach zu den Warnstreiks

Kommentar Anne Holbach zu den Warnstreiks

Für den einzelnen Bürger mag es ärgerlich sein, wenn die Mülltonne nicht geleert wird oder die städtische Kita geschlossen ist. „Schon wieder Streiks“, stöhnen viele. Es ist nachvollziehbar, dass Bürger über das Arbeitskampfritual genervt sind.

Und doch müssen sie das aushalten. Der Ausstand ist eben das einzige Druckmittel, das die Arbeitnehmer haben, um die Dringlichkeit ihrer Forderungen zu unterstreichen.

Die Gewerkschaften wollen sechs Prozent mehr Lohn für die öffentlich Bediensteten. Das klingt nicht unbedingt nach wenig. Aber wir alle wünschen uns doch, dass unser Gemeinwesen problemlos läuft. Mit den Warnstreiks und allen damit verbundenen Unannehmlichkeiten wird uns vor Augen geführt, wie wichtig ein funktionierender öffentlicher Dienst ist – ob nun bei der Müllabfuhr oder den städtischen Verwaltungen.

Zuletzt mussten die kommunalen Mitarbeiter etwa durch den Zuzug von Flüchtlingen viel zusätzliche Arbeit stemmen und haben schnell auf die neue Herausforderung reagiert. Damit der öffentliche Dienst so effizient funktioniert, braucht es gutes Personal. Das bleibt aus, wenn sich die Beschäftigten zu schlecht bezahlt fühlen – denn dann gehen sie lieber in die freie Wirtschaft. Die Arbeitgeber müssen sich bewegen. Aber auch die Gewerkschaften dürfen nicht zu stur auf ihren sechs Prozent beharren, sondern müssen sich kompromissbereit zeigen. Denn wochenlange Streiks will niemand.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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