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Anne Holbach zum Teilen von Taxis

Kommentar Anne Holbach zum Teilen von Taxis

Auf den ersten Blick bietet ein geteiltes Taxi aus Kundensicht große Vorteile: Es ist komfortabler als ein öffentliches Verkehrsmittel und zugleich günstiger als alleine einzusteigen.

Allerdings müssen Fahrgäste dafür auch Umwege und möglicherweise unliebsame Mitfahrer in Kauf nehmen. Natürlich haben wir auch im Bus oder in der Straßenbahn fremde Sitznachbarn, die gehen in der Anonymität der Masse aber eher unter als auf dem engen Raum der Autorückbank. Und wer schon einmal mit einem Taxi in der Großstadt unterwegs war, weiß, dass dort kleine Abstecher manchmal viel Zeit kosten können – zum Beispiel im Feierabendverkehr.

 Dass Gruppenfahrten neue Kunden anziehen, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr könnten Taxifahrern Touren durch die Lappen gehen, weil Leute, die ohnehin ein Taxi genommen hätten, sich nun lieber zusammentun. Trotzdem sind die Teil-Apps in einer Zeit, in der sich der Mobilitätsmarkt rasant wandelt, ein richtiger Schritt. Denn wer einen preiswerten Fahrdienst mit Privatleuten wie Uber hier nicht will, der muss Alternativen liefern. Wenn das Taxigewerbe seine Position behaupten will, sollte es wie Hansa Taxi in Hamburg selbst in Software-Lösungen investieren, statt Start-ups und deren Investoren freie Bahn zu lassen. Sonst bleibt den Betrieben am Ende nur, sich bei Anbietern wie Mytaxi oder Co. – hinter denen Großkonzerne wie Daimler stecken – einzukaufen. Dann landet viel als Provision in deren Tasche statt im Portemonnaie der Taxifahrer.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Ein Taxi können Hamburger nun nicht nur per App ordern, sondern auch angeben, ob sie den Wagen teilen wollen.

Per App ein Taxi mit Fremden teilen, das könnte in Hamburg bald zur Normalität gehören. Am Sonntag brachte Hansa Taxi ein Update seiner App heraus, die Fahrgemeinschaften möglich macht. Am Montag zog die Daimler-Tochter Mytaxi mit einer neuen Funktion namens Match in ihrer Buchungs-App nach.

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