23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Anne Steinmetz zu Schweinefleisch in den Kantinen

Kommentar Anne Steinmetz zu Schweinefleisch in den Kantinen

Nach dem Veggie-Day jetzt also ein Pork-Day? Ähnlich wie die Grünen im vergangenen Bundestagswahlkampf will die CDU in Schleswig-Holstein den Speiseplan der Kantinen mitbestimmen. Doch anders als den Grünen geht es der CDU nicht um die Gesundheit der Schleswig-Holsteiner, sondern um die Art und Weise, wie Menschen unterschiedlicher Religionen im Alltag zusammenleben.

Denn es dürfe doch nicht sein, so die Unionsfraktion, dass mit der Begründung Minderheitenschutz eine Mehrheit beim Mittagessen auf den Verzehr von Schweinefleisch verzichten muss.

Aber doch nur so kommt man zu gemeinsamen Lösungen: durch Kompromisse. Wenn in einer Kita mit zehn Kindern vier kein Schweinefleisch essen, aus Kostengründen aber nur ein Gericht angeboten werden kann, dann einigt man sich eben auf ein Gericht ohne Schweinefleisch. Das hat nichts mit Kulturkampf zu tun oder mit dem Verzicht auf Identität – denn diese Sorge schwingt im CDU-Antrag mit – sondern schlicht mit Pragmatismus. Und nur so kann Integration gelingen: Indem man aufeinander zugeht und den Glauben und die Kultur des anderen achtet. Ohne Frage muss das in beide Richtungen funktionieren. Aber Schweinefleisch als Inbegriff deutscher Kultur zu sehen, ist absurd. Zu unserer Alltags-Esskultur gehören schließlich auch Rinderrouladen, Rollmops oder Pommes. Und manchmal auch ein Döner.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

Gewinnspiele

Kostenlos mitmachen
und mit etwas Glück
jetzt gewinnen!

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Kantinendebatte
Foto:  Kai Funck, Betreiber der Kantine im Landeshaus, serviert auch weiterhin Frikadellen aus Schweinefleisch.

Wird Schweinefleisch langsam, aber sicher aus den Kantinen des Landes verdrängt? Das befürchtet zumindest die Nord-CDU und setzt sich mit einem Antrag für die kulinarische Vielfalt vor allem in den Kindertagesstätten und Schulen ein.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus KN-Kommentare 2/3