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Bastian Modrow zu Salafisten

Kommentar Bastian Modrow zu Salafisten

Wenn Salafisten in Schleswig-Holstein versuchen, Flüchtlinge für ihre radikalen Ideologien zu werben, dann klingt das zunächst einmal wenig erfolgversprechend, ja, fast ein wenig bizarr. Ein Großteil der Menschen, die jetzt Zuflucht in unserem Land suchen, ist vor den willkürlich mordenden Banden des sogenannten Islamischen Staats um die halbe Welt geflohen.

Dass nun ausgerechnet sie auf die fundamentalistischen Phrasen von Islamisten hereinfallen könnten, erscheint nahezu ausgeschlossen. Nur: Nach Einschätzung von Experten ist es das offenkundig nicht.

Entscheidend dürfte nämlich die Frage sein, wie sich der zukünftige Alltag der Flüchtlinge gestalten wird. Wie schnell finden sie Arbeit? Wie wohl fühlen sie sich in ihrer neuen Heimat? Werden sie gesellschaftlich integriert? Sollte die Erwartungshaltung enttäuscht und Euphorie in Resignation umschlagen, könnte es tatsächlich gefährlich werden, Salafisten mit entsprechend geschickter Rhetorik könnten doch Gehör finden.

Das muss mit aller Macht verhindert werden. Gesellschaftlich mit einer nachhaltig gelebten Willkommenskultur und politisch mit gezielten Eingliederungsprogrammen. Die Polizei muss konsequent gegen Mitglieder islamistischer Organisationen vorgehen. Und all das gilt es anzupacken – lieber heute als morgen.

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Verfassungsschutz
Foto: Laut Innenministerium ist es das erklärte Ziel der Salafisten, Flüchtlinge zu den so genannten Freitagsgebeten radikaler Islamisten einzuladen.

Radikale Islamisten versuchen offenkundig, gezielt mit Flüchtlingen in Schleswig-Holstein in Kontakt zu treten und sie zum Besuch salafistischer Einrichtungen zu animieren. Das Innenministerium bestätigt KN-online entsprechende Hinweise. Zuvor hatten bereits Salafisten in München und Köln versucht, im Umfeld von Erstaufnahmeeinrichtungen für ihre Ideologie zu werben.

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