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Bastian Modrow zum Führerschein ab 16

Kommentar Bastian Modrow zum Führerschein ab 16

Der Vorstoß der Jungen Union, Jugendliche in Ausnahmefällen bereits mit 16 Jahren allein Auto fahren zu lassen, klingt zunächst nach purem Populismus im Wahlkampf.

Kiel. Im Kern ist die Forderung allerdings durchaus berechtigt und illustriert die tiefe Kluft zwischen Land- und Stadtbevölkerung. Vor allem Schüler und Auszubildende auf dem Dorf fühlen sich abgehängt.

Anders als in Kiel, Neumünster oder Eckernförde können auf dem Land viele Heranwachsende nicht im 30-Minuten-Takt in den Bus steigen, sondern sind auf Eltern oder erwachsene Freunde angewiesen. Das ist ein gravierendes Manko. Ziel der Jungen Union ist es, Jugendlichen vom Dorf zu ermöglichen, per Auto zur Berufsschule oder zur Ausbildungsstelle zu fahren und wieder nach Hause zurück. Mehr nicht! Disco-Touren oder Shopping-Ausflüge mit der Clique per Auto will der CDU-Nachwuchs ausdrücklich nicht erlauben. Dennoch dürfte der Vorstoß rechtlich nicht durchsetzbar sein. Formal ist ein 16-Jähriger ein 16-Jähriger – ganz gleich, wo er wohnt.

Auch wenn der Vorstoß kaum eine Chance auf Umsetzung hat: Die Junge Union hat den Finger in die Wunde gelegt und eine wichtige Diskussion angestoßen. Will der Staat ein Ausbluten ländlicher Regionen verhindern und die Dörfer auch für junge Menschen als lebenswerte Orte erhalten, dann müssen attraktive Angebote durch neue Mobilitätskonzepte her – und das möglichst schnell.

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