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Bastian Modrow zur Fachberatung für Opfer sexueller Gewalt

Kommentar Bastian Modrow zur Fachberatung für Opfer sexueller Gewalt

Vor drei Jahren wurde in Schleswig-Holstein ein spezielles Beratungsangebot für männliche Opfer sexueller Gewalt mit Stiftungsgeldern initiiert, das Betroffenen – nach teils jahrzehntelangem Schweigen – endlich zielgerichtet geholfen hat und das binnen kürzester Zeit beachtliche Erfolge vorweisen konnte. Nun steht das Projekt wegen einer geradezu lächerlichen Summe von 50000 Euro pro Jahr vor dem Aus.

Das ist unfassbar, ein Armutszeugnis für die Landesregierung und ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen – erst recht in Zeiten, in denen das Land zur Finanzierung von Wolfsprojekten, Imagekampagnen, Radwanderwegen oder gesellschaftlichen Empfängen von Fall zu Fall viel höhere Summen bewegt.

Jedes Opfer, das sexualisierte Gewalt erlebt hat, egal ob Frau oder Mann, Kind oder Erwachsener, braucht professionelle, individuelle, passgenaue Unterstützung, um das Trauma aufzuarbeiten. Schleswig-Holstein zählte mit dem Angebot speziell für männliche Opfer bislang zu den Vorreitern in Deutschland.

Mit seiner Entscheidung, die Fördergelder zu streichen, macht das Land jetzt nicht nur einen Schritt zurück, es nimmt den Betroffenen auch das Gefühl, mit dem Erlebten nicht allein gelassen zu werden.

Hier sollte die Koalition, allen voran aber SPD-Sozialministerin Kristin Alheit, aktiv werden – und zwar schnell, bevor die bestehenden erfolgreichen Strukturen der Fachberatungsstelle aufgelöst werden müssen.

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Sexuelle Gewalt in Schleswig-Holstein
Foto: Weist Kritik zurück: Sozialministerin Kristin Alheit (SPD).

Immer häufiger suchen männliche Opfer sexueller Gewalt in Schleswig-Holstein nach professioneller Hilfe. Zweieinhalb Jahre lang hat die landesweite Informations- und Beratungsstelle in Kiel als eine von bundesweit nur sechs Facheinrichtungen traumatisierte Betroffene betreut. Im vergangenen Jahr ließen sich dort 640 Männer beraten. Nun steht das Hilfsprojekt vor dem Aus.

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