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Bastian Modrow zur Kieler Kriminalitätsstatistik

Kommentar Bastian Modrow zur Kieler Kriminalitätsstatistik

Deutlich mehr Straftaten und eine schlechtere Aufklärungsquote als im Landesschnitt: Angesichts der jüngsten Kriminalitätsstatistik könnte man es sich furchtbar leicht machen und der Kieler Polizei Versäumnisse bei der Verfolgung von Straftaten unterstellen.

Ein Vorwurf, der sogar recht naheliegend erscheint, wenn man die Entwicklung im Nachbarkreis Plön betrachtet. Dort ist die Anzahl der Straftaten derart rückläufig, dass die Polizei vom „sichersten Kreis“ im ganzen Land spricht.

Nur: Ganz so einfach ist es nicht. Landkreise und Städte lassen sich nur schwerlich miteinander vergleichen. Für Kiel gilt dies in ganz besonderem Maße. Die Anziehungskraft der anonymen Metropole für Kleinkriminelle ist überproportional groß. Reisen sie für Straftaten an und setzen sich anschließend wieder aus dem Stadtgebiet ab, ist eine Verfolgung für die Ermittler häufig eine kaum lösbare Aufgabe. Entsprechend gering ist auch die Aufklärungsquote bei Alltagskriminalität wie Diebstählen. Daraus ist den Beamten kein Vorwurf zu machen.

Entscheidend ist, dass die Kieler Polizei bei Fällen schwerer Kriminalität und Serienstraftaten erfolgreich ist – und das ist sie, wie die Aufklärungszahlen dokumentieren. Gleiches gilt für das Erkennen neuer Phänomene wie aktuell dem systematischen Diebstahl teurer Fahrräder. Aber auch hier ergreift die Behörde die notwendigen Schritte. Von daher können die Kieler zufrieden sein mit der Arbeit ihrer Polizei im abgelaufenen Jahr – trotz dem Plus an Straftaten.

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