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Bastian Modrow zur Landespolizei und Flüchtlingen

Kommentar Bastian Modrow zur Landespolizei und Flüchtlingen

Die Landespolizei stockt auf und verdreifacht die Anzahl von Einsatzkräften in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster. 15 anstatt fünf Polizisten pro Schicht – das klingt zunächst nicht gravierend, bekommt aber eine ganz andere Dimension, wenn man bedenkt, dass die Polizei pro Tag drei Schichten stellen muss.

Und nicht zu vergessen ist, dass es kurzfristig sechs bis sieben weitere Unterkünfte im Land gibt, in denen ebenfalls jeweils fünf Polizisten pro Schicht notwendig sind. Addiert ist das eine erhebliche Mehrbelastung. Und die wird sich eher verschärfen als entspannen und kann nur durch konsequenten Verzicht auf Alltagsaufgaben kompensiert werden.

So kritisch es Gewerkschaften und Opposition auch bewerten mögen: Die Überlegung des Innenministeriums, pensionierte Beamte für einfache Aufgaben zu reaktivieren, ist gut und kann ebenfalls Erleichterung verschaffen. Es ist unstrittig, dass über Jahre bei der Polizei über Gebühr gestrichen und gekürzt wurde. Das rächt sich jetzt zwar, ändert aber nichts daran, dass zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik nun unkonventionelle Lösungen gefunden werden müssen.

Eine Alternative zum Vorgehen der Polizeiführung gibt es nämlich nicht. Sie tut das einzig Richtige und rüstet personell auf. Wie leicht die Lage eskalieren kann, wenn viele Menschen auf engem Raum unter emotional schweren Bedingungen zusammenleben, hat die Massenschlägerei in der Erstaufnahmeeinrichtung in Thüringen gezeigt.

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Erstaufnahmeeinrichtungen
Foto: Ein zerrissener Koran soll die Ausschreitungen in einem Flüchtlingsheim im thüringischen Suhl ausgelöst haben.

Die Landespolizei setzt ab sofort deutlich mehr Einsatzkräfte in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Neumünster ein. 15 anstatt bislang fünf Polizisten sind künftig im Einsatz. Grund sind Auseinandersetzungen von Asylbewerbern am vergangenen Wochenende.

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