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Carola Jeschke zur Geldnot der Kliniken

Kommentar Carola Jeschke zur Geldnot der Kliniken

Privat statt Staat? Was sich anhört wie ein guter Slogan, ist leider die Bankrotterklärung des dualen Systems zur Krankenhausfinanzierung. Die Krankenkassen übernehmen die Betriebskosten, die Länder die Investitionskosten – diese Rechnung geht schon lange nicht mehr auf.

Angesichts leerer Kassen sind viele Bundesländer nicht mehr in der Lage, Finanzlöcher an Kliniken und Krankenhäusern zu stopfen. Die Folgen sind bekannt: Investitionsstau und Qualitätsverlust. Nicht zu sprechen von medizinisch nicht unbedingt notwendigen, aber für Patienten wichtige Maßnahmen zur Genesung.

 Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von professionellem Fundraising ist es unverständlich, warum sich die meisten Krankenhäuser und Kliniken so schwer damit tun, entsprechende Strukturen schaffen. Das Beispiel UKSH zeigt: Das investierte Geld zum Aufbau einer Stabsstelle fließt doppelt und dreifach zurück. Mehr als dreieinhalb Millionen Euro in knapp fünf Jahren lautet die Bilanz der UKSH-Stabsstelle. Und das Beispiel zeigt, dass es tatsächlich genug private Spender gibt, denen die Qualität der Patientenversorgung in ihrer Stadt am Herzen liegt. Doch wenn diese nicht mal einen Hinweis auf Fördervereine, Ansprechpartner oder Spendenmöglichkeiten auf der Website finden, suchen sie sich andere Empfänger für ihr finanzielles Engagement. Durch diese mangelhafte Organisation verbauen sich viele Kliniken zusätzliche Einnahmequellen.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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Gesundheit
Foto: Pit Horst, Leiter der Stabsstelle Fundraising am Universitäts-Klinikum: "Wir schließen mit dem Fundraising eine Lücke. Viele Projekte des UKSH wären sonst nicht finanzierbar."

Kliniken und Krankenhäuser in Schleswig-Holstein setzen immer stärker auf private Spender, um die Qualität der Patientenversorgung zu sichern und Finanzlücken zu schließen. Dabei gewinnt das professionelle Einwerben von Geldern nach amerikanischem Vorbild auch im Norden an Gewicht.

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