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Christian Hiersemenzel zu Britta Ernst

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Britta Ernst

Man sollte die Urteilskraft der Menschen nicht unterschätzen. Ein vierseitiger, eng beschriebener Brief einer Ministerin dürfte von den meisten Schülern und Eltern, von Lehrern sowieso, als das bewertet werden, was er ist: als ultimative Lobhudelei auf die eigene Leistungsfähigkeit – unabhängig davon, ob demnächst Landtagswahl ist oder nicht.

Negative Töne wären darin ebenso ungewöhnlich wie Selbstkritik. Wenn sich die Bildungsministerin nunmehr im dritten Jahr in Folge an alle Beteiligten wendet, ist das zunächst ein seriös gemeintes Informationsangebot aus erster Hand. Dass Britta Ernst damit Dankesworte verbindet, weil das Tagesgeschäft aufwendig ist, Schulen ohne ehrenamtliches Engagement von Eltern ganz schön alt aussähen und man es gar nicht genug würdigen kann, wenn sich Schüler in die Schulgemeinschaft einbringen, zeigt guten Stil. So geht Führung.

Und doch berührt die CDU-Kritik einen wunden Punkt. Die Ministerin ist Politikerin und hat ein Amt auf Zeit. Gleich im ersten Absatz ihres aktuellen Briefes schießt die Sozialdemokratin auf die Vorgängerregierung, indem sie aktuelle Zahlen mit Planungen der Jahre 2009 bis 2012 vergleicht. Wie brenzlig die Haushaltslage zu schwarz-gelben Zeiten war und dass an allen Ecken und Enden gespart werden musste, weiß doch jedes Kind. Weiß es das wirklich? Wahlwerbung ist an Schulen zu Recht verboten. Besonders, wenn sie so unterschwellig daherkommt.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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