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Christian Hiersemenzel zu Kitesurfern

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Kitesurfern

Die Geschichte erzählt sich wunderbar flockig: Da kommt ein wirtschaftsliberaler Minister ins Amt, setzt sich mit Karacho für den Trendsport Kitesurfen auch an der Westküste ein, drückt mit seiner ganzen Dynamik den grünen Umweltminister an die Wand – und der arme Nationalpark Wattenmeer hat das Nachsehen.

Nur: Ganz so simpel, wie es uns die SPD-Landtagsfraktion am Dienstag weismachen wollte, ist die Sache dann doch nicht.
Vorausgegangen war eine lange Diskussion mit Gemeinden, Umweltschutzverbänden, Politikern, Sportlern und Nationalparkverwaltung. Ursprünglich wollte man Kiten an der Nordsee komplett verbieten, wobei Ausnahmegenehmigungen mit geringer Halbwertszeit die Regel bestätigen sollten. Umweltminister Robert Habeck ging es beim Gerangel um Rechtssicherheit und eine möglichst langfristige Lösung im Verbund mit den anderen Wattenmeer-Anliegern Hamburg und Niedersachsen. Nach den Kieler Jamaika-Verhandlungen lag eine bereits ausgehandelte Einigung allerdings auf Eis.
FDP-Minister Bernd Buchholz konnte sich seinerseits auf die Vorarbeit eines jungen Parteifreundes stützen. Der 31-jährige Neu-Abgeordnete Dennys Bornhöft hatte die Szene über die sozialen Netzwerke kontaktiert und sich alle Spots vor Ort angesehen. Auf diese Weise brachte er in die Diskussion neue Bewegung. Ist das nun alles gut? Darüber lässt sich weiterhin trefflich streiten. Zumindest wird mit dem Kompromiss ein heftiger Dissens salomonisch beigelegt.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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