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Christian Hiersemenzel zu Liebing

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Liebing

Die Überlegung ist so einfach: Will die CDU im Landtag stärkste Partei werden und den Ministerpräsidenten stellen, braucht sie einen Spitzenkandidaten, den die Menschen draußen im Land auch kennen.

Ein Zugpferd, wie es Torsten Albig für die SPD und Wolfgang Kubicki für die FDP nachweisbar sind. Das aber hat mit Ingbert Liebing bislang nicht funktioniert, und entsprechend nervös werden im Landeshaus die Strategen – nicht nur in Unionskreisen. Bislang galt es als ausgemachte Sache, dass CDU und FDP bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen koalieren und sich gegebenenfalls die Grünen hinzuholen. FDP-Grande Wolfgang Kubicki als Königsmacher würde mit „Jamaika“ ganz im Sinne seines Bundesvorsitzenden Christian Lindner agieren – in NRW wird eine Woche nach Schleswig-Holstein gewählt, in Berlin ein halbes Jahr später.

Was aber, wenn die CDU schwachbrüstig bliebe? Danach sieht es in diesen Tagen zumindest aus. Die FDP würde sich dann auch einer Ampel mit SPD und Grünen nicht verschließen. Heiner Garg könnte wieder Sozialminister werden, während Bundesvize Kubicki im Herbst nach dem erhofften Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag nach Berlin wechselt. Auf Dauer würde er ohnehin nur mit dem ebenbürtigen Ralf Stegner von der SPD kollidieren. Und die CDU? Sie müsste auf der Oppositionsbank mangels Mandaten noch enger zusammenrücken. Das kann in der Union niemand wollen.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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