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Christian Hiersemenzel zum AKW Brokdorf

Kommentar Christian Hiersemenzel zum AKW Brokdorf

Eines sollte man sich bei Preussen-Elektra ganz schnell abschminken: dass im Umweltministerium nach der nächsten Landtagswahl anders entschieden wird, als es Robert Habeck am Dienstag im aktuellen Brokdorf-Streit getan hat.

Zum einen, weil der Grüne möglicherweise weiterhin an den Schalthebeln der Macht sitzen wird. Und zum anderen, weil Vertreter von SPD, CDU oder FDP ähnlich agieren werden – unabhängig davon, wie sie zur Atomkraft stehen. Habeck verwies am Dienstag zu Recht darauf, dass es bei seinem Verbot, den Brokdorfer Atomkern neu zu beladen, nicht um eine Frage von Parteicouleur geht. Sondern um eine sicherheitsrelevante Angelegenheit und darum, staatliches Interesse durchzusetzen. Nach den jüngsten Erfahrungen von Fukushima und dem deutschen Atomausstieg geht es sozusagen um das Wohl von uns allen.

Eines bleibt rätselhaft: Wollte Preussen-Elektra die Atomaufsicht überrumpeln nach dem Motto: Frechheit siegt? Oder ist es bereits der Mut der Verzweiflung? Jeder Tag, an dem das letzte betriebene AKW in Schleswig-Holstein still steht, kostet das Unternehmen richtig viel Geld. Hinter vorgehaltener Hand hört man immer mal wieder, dass längst nicht mehr sicher ist, ob Brokdorf überhaupt noch einmal ans Netz gehen wird. Da ist es unternehmerisch äußerst unklug, wenn der Konzern den Gesprächsfaden mit der Atomaufsicht abreißen lässt. Habeck muss dann auf stur schalten.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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