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Christian Hiersemenzel zum Afd-Landesparteitag

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Afd-Landesparteitag

Das ist sie also: die AfD-Mannschaft, die auf dem Sprung in den Kieler Landtag ist. Laut Wahlprognosen spricht einiges dafür, dass zumindest sieben der Rechtspopulisten nächsten Mai ins neue Parlament einziehen. Seit diesem Wochenende stehen die Namen fest. Was ist neu?

Neu ist zum Beispiel, dass jemand Flüchtlingskosten gegen Kosten für innere Sicherheit aufrechnet. Jörg Nobis, ansonsten blasser Spitzenkandidat aus Kaltenkirchen, hat dies am Wochenende nach bekannter AfD-Manier getan. Dabei hat Schleswig-Holstein in keinem Bereich auch nur einen Cent weniger ausgegeben, obwohl es im vergangenen Jahr 35000 und im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 6500 Menschen in Not aufgenommen hat. Neu ist das unverschämte Zündeln – jedenfalls hatten wir das im Kieler Parlament lange nicht mehr. Nobis sprach davon, „das Interesse am eigenen Volk“ im Sinn zu haben – als wäre das so einfach zu fassen. Bundes-Vize Beatrix von Storch kokettierte gar mit einem Tabubruch, nämlich dass der Landesparteitag künftig die erste Strophe der Hymne singen möge. Um dann, ganz harmlos, das Schleswig-Holstein-Lied zu meinen. Das singt die CDU schließlich auch. Und neu ist auch die offene Missbilligung für Fernsehjournalisten. Ein NDR-Kameramann, der kurz Hände waschen wollte, wurde für 20 Minuten an die Luft befördert. Er hatte sich nicht sofort ausweisen können.

Gar nicht neu ist dagegen die Polemik. Dagegen helfen nur bessere Argumente. Und davon gibt es eine Menge. Ganz sicher.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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