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Christian Hiersemenzel zum Ausbau der Rader Hochbrücke

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Ausbau der Rader Hochbrücke

Politik kann so ungerecht sein. Da hat sich Reinhard Meyer in seinen Jahren als SPD-Verkehrsminister intensiv und glaubwürdig darum bemüht, die neue Rader Hochbrücke nicht wieder zum Nadelöhr werden zu lassen.

Kiel. Doch erst jetzt, rund vier Monate nach der Landtagswahl – und zwei Wochen vor der Bundestagswahl – macht Berlin den Weg frei für eine Sechsspurigkeit dieses wichtigen Bauwerks zwischen Hamburg und Flensburg, respektive Jütland. Klar, dass die Reaktion aus dem SPD-Fraktionsbüro schmallippig ausfällt: gut für das Land, ganz gewiss, doch aus Sicht der Genossen irgendwie auch eine Sauerei. Zumal sich interessanterweise nicht wie sonst der verkehrspolitische CDU-Fraktionssprecher Hans-Jörn Arp zu Wort meldete, sondern Norbert Brackmann, Direktkandidat aus dem Wahlkreis Herzogtum Lauenburg-Stormarn Süd. Das dürfte alles andere als Zufall sein. Und ist so durchsichtig.

Geringer macht dies alles den Erfolg für den neuen FDP-Minister Bernd Buchholz trotzdem nicht. Der Manager, der die Sommerferien durchgearbeitet hat, dürfte dem CDU-Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann Dampf gemacht haben. Zumal rein sachlich alles für den großzügigeren Ausbau spricht. Wirtschaftsbosse, aber auch mittelständische Betriebe jenseits des Kanals hatten schon länger darauf hingewiesen, dass eine gesperrte Brücke ökonomisch katastrophal gewesen wäre. Das kann sich Schleswig-Holstein nicht leisten. So hat ein flauer Wahlkampf endlich seine Sonnenseiten.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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