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Christian Hiersemenzel zum Friesenhof-Gutachten

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Friesenhof-Gutachten

Am Ende ist die Aussage ganz schön bitter: Heimbetreiber in Schleswig-Holstein können bislang schalten und walten, ohne von der Aufsicht gestoppt zu werden – und seien ihre pädagogischen Methoden auch noch so fragwürdig. Das Gutachten, das der Koblenzer Pädagogik-Professor Schrapper am Freitag exklusiv den Medien präsentierte, spielt den Ball vom Sozialministerium direkt in die Politik hinüber – dorthin, wo seit Monaten das Geschrei um politische Verantwortlichkeiten besonders groß ist.

Kristin Alheit ist damit ein Überraschungscoup gelungen, der die Opposition als Wortführerin im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) Friesenhof ins Mark trifft.

Längst geht es in der Öffentlichkeit doch um die Frage, wie man üble Vorgänge wie in den Mädchenheimen Friesenhof frühzeitig aufdecken und schnellstmöglich unterbinden kann. Wie man die Seelen von Kindern und Jugendlichen schützt, und sei deren Verhalten auch noch so schwierig. Und wie man die öffentliche Hand im Konfliktfall juristisch stärkt. Diese Ziele dürften auch die Fraktionen von CDU und FDP unterstützen. Nach dem Einsatz einer eigenen Task Force um den Staatsanwalt Marcus Marlie, der das Ministerium bei der Verwaltungsoptimierung unterstützt, ist Alheit damit ein zweites Mal in die Offensive gegangen. FDP-Fraktionschef Kubicki kündigte bereits an, den Pädagogik-Experten Schrapper in den PUA einzuladen. Alheit kann das nur freuen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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