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Christian Hiersemenzel zur Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Mal ehrlich: Wie sonst soll man die neue Gesundheitskarte für Flüchtlinge beurteilen, wenn nicht positiv? Dass Schleswig-Holstein als erstes Flächenland in Deutschland allen Menschen eine medizinische Grundversorgung garantiert, unabhängig davon, woher sie stammen und in welcher Gemeinde sie gerade wohnen, ist in der Tat ein Meilenstein hiesiger Gesundheitspolitik – geradezu ein Akt der Humanität.

 Darauf können Vertreter der rot-grün-blauen Regierung, aber auch des Städtetags und der Krankenkassen stolz sein.

Allen Kritikern sei gesagt: Der Steuerzahler muss für die Gesundheitsversorgung ohnehin aufkommen. Nur dass bisher die öffentlichen Verwaltungen dazu gezwungen sind, Asylbewerbern Behandlungsscheine auszustellen, mit denen sie dann zum Arzt gehen dürfen. Das erfordert Zeit und teures Personal – abgesehen davon, dass medizinischer Sachverstand zur Beurteilung einer Notwendigkeit nötig ist.

Zu viel Bürokratie ist auch für die Allgemeinheit schädlich. Heiner Garg, der ehemalige Gesundheitsminister, wies zu Recht darauf hin, dass Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten nicht nur Krankheitserreger mitbringen, sondern sich in ihren überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen schnell auch Epidemien ausbreiten könnten. Eine rasche medizinische Versorgung, Impfprogramme und Aufklärungsarbeit sind deshalb das Gebot der Stunde. Die Gesundheitskarte leistet dazu hoffentlich ihren Beitrag.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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