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Christian Hiersemenzel zur Heim-Debatte

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Heim-Debatte

Kann Kristin Alheit jetzt aufatmen? Wohl kaum. Zwar hat Schleswig-Holsteins Sozialministerin am Freitag die neuen schrillen Vorwürfe in Sachen Heimaufsicht zunächst entkräften können. Die Opposition lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass sie weiter die Messer wetzt.

Tatsächlich bleiben die widersprüchlichen Einschätzungen zu den Vorfällen in Rimmelsberg und Dörpling gefährlich: Was Hamburger Jugendämter als Fakt bezeichnen, unfreiwilliges Joggen bis Ende 2015 zum Beispiel und Übergriffe von Erziehern, konnte Alheits Heimaufsicht nicht bestätigen. Da muss man die Frage stellen dürfen, ob sich die Kieler Aufsicht von Betreibern an der Nase herumführen lässt. Andererseits: Wenn der Gesetzgeber nur angemeldete Besuche erlaubt, braucht man sich nicht zu wundern, dass bei Kontrollen alles auf Hochglanz gewienert ist. Alheit agiert vollkommen richtig, wenn sie sich in Berlin für eine Stärkung der Heimaufsicht einsetzt.

 Dass sich die Opposition auf die SPD-Frau einschießt, hat auch psychologische Gründe. Ministerpräsident Torsten Albig ist nicht greifbar. Will man seine Regierung in Grund und Boden stauchen, packt man sich lieber eine angeschlagene Ressortleiterin mit Mammutaufgaben. Dass die Ministerin und ihre Staatssekretärin Anette Langner nicht das beste Verhältnis haben sollen, kommt erschwerend hinzu. Und dass selbst in Koalitionskreisen die Bürgerbeauftragte Samiah El Samadoni als perfekte Ersatzfrau gehandelt wird, stärkt Alheit auch nicht den Rücken.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Heimaufsicht
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