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Christian Hiersemenzel zur Infrastruktur im Land

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Infrastruktur im Land

Das nervige Nadelöhr A7 gehört hoffentlich Ende 2018 der Vergangenheit an, zumindest in Schleswig-Holstein, und auch die wichtige Ost-West-Achse A20 wird eines Tages aus den Schlagzeilen heraus sein.

Spätestens dann bricht die Zeit der vielen kleinen Verkehrsprojekte an. Keine Bänder mehr, die man durchschneiden kann, keine Spaten, die man beherzt in den Erdboden sticht: Minister Reinhard Meyer weiß, dass er mit einem neuen Bürgerbus in Nordfriesland und einem feiner getakteten Nahverkehr im Kreis Stormarn im Landeshaus nur schwer punkten kann. Und doch ist es richtig, dass er sein Augenmerk schon jetzt auf Details legt, die die Mobilität stärken. Es geht um nichts Geringeres als unsere zukünftige Lebensqualität.

Vor allem der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden. Während alles in die Städte und an den Hamburger Rand drängt, drohen die Gemeinden auszubluten. Wo aber unternehmerisches Handeln nicht mehr lukrativ ist, muss Politik kreative Lösungen finden. Zum Beispiel, wie man schnell vom Dorf in die Stadt gelangt, um dort zu arbeiten oder Freunde zu treffen. Wie man im höheren Alter auf das Auto verzichten kann, ohne deshalb gleich auf gesellschaftliches Leben zu verzichten. Und wie man ins umweltschonende E-Auto einsteigen kann, ohne sich finanziell übermäßig zu verausgaben. Es wird Zeit für alle Akteure, sich an einen Tisch zu setzen. Das Gutachten ist eine gute Basis.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Mobilität in SH
Foto: Auf dem Land sind viele Bewohner auf ein eigenes Auto oder Taxen angewiesen, weil das öffentliche Verkehrsnetz nicht gut ausgebaut ist. In Ladelund (Kreis Nordfriesland) sorgt seit 2014 ein Bürgerbus für eine bessere Anbindung an die Nachbarortschaften. Gesteuert werden die Minibusse von ehrenamtlichen Fahrern.

Die Opposition ließ an Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag kein gutes Haar. „Meyers Problem ist, dass er keinen Plan hat“, sagte der Parlamentarische CDU-Geschäftsführer Hans-Jörn Arp.

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